Stand: 24.01.2016 14:10 Uhr

Chaotische Zustände in Rostocker Notunterkunft

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Beispiel einer Massenunterkunft: Es mangele vor allem an medizinischer Versorgung, so der Vorwurf. (Archivbild)

Flüchtlinge in Notunterkünften in Mecklenburg-Vorpommern müssen offenbar in teilweise chaotischen Zuständen leben. So sieht es ein Sprecher der "Initiative Rostock hilft". Wie er dem NDR sagte, würden in einer Halle in Rostock Mindeststandards zum Teil nicht eingehalten. In der Halle, die als Notunterkunft für rund 200 geflüchtete Menschen dient, sei die Situation gerade für Familien kritisch, so der Sprecher.

Kinderbetreuung fehlt, Kapazität ausgeschöpft

Einige Frauen und Kinder seien krank und benötigten medizinische Hilfe, so ein Sprecher der "Initiative Rostock hilft". Da die Menschen alle gemeinsam in einer Halle lebten, gebe es dort so gut wie keine Privatsphäre. Nach Informationen von NDR 1 Radio MV fehlt dort außerdem eine durch das Deutsche Rote Kreuz zugesagte Kinderbetreuung. Die Aufnahmekapazität in der Halle ist offenbar so gut wie ausgeschöpft. Ein NDR Reporter hat sich vor Ort in der betreffenden Unterkunft einen eigenen Eindruck verschafft.

Bockhahn: Situation ist eine Ausnahme

Mitarbeiter befürchten demnach, dass sich die Lage auch in den kommenden Wochen nicht entspannen wird, da in Rostock weitere Asylbewerber erwartet werden. Rostocks Sozialsenator Steffen Bockhahn (Die Linke) sagte auf Nachfrage, die Situation in der Unterkunft sei derzeit eine Ausnahme, die Bedingungen in den anderen Unterkünften seien deutlich besser. Derzeit sind nach Auskunft der Stadt in Rostock rund 1.500 Asylbewerber untergebracht und warten auf eine Anerkennung.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 23.01.2016 | 12:00 Uhr