Stand: 11.07.2017 07:00 Uhr

CDU will mehr Schwimmkurse an Schulen

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Die CDU-Fraktion will sich für verpflichtenden Schwimmunterricht in Schulen einsetzen. (Archivbild)

Die CDU-Landtagsfraktion fordert mehr Anstrengungen des Landes für den Schwimmunterricht an den Schulen in Mecklenburg-Vorpommern. Fraktionschef Vincent Kokert will verpflichtende Schwimmstunden in der Grundschule. Die Union macht die Frage zum Thema der kommenden Landtagssitzung und hat eine Aussprache unter dem Titel "Für die Sicherheit unserer Kinder - Richtig schwimmen von Anfang an!" eingebracht.

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03:53

Zahl der Nichtschwimmer nimmt zu

06.06.2017 19:30 Uhr
Nordmagazin

Die Zahl der Nichtschwimmer nimmt laut einer Studie des DLRG immer weiter zu, weil der erforderliche Schwimmunterricht fehlt. DLRG-Pressesprecher Thorsten Erdmann zur Situation in MV. Video (03:53 min)

Fraktion setzt eigene Landesregierung unter Druck

Der Schritt gilt als ungewöhnlich. Denn die Regierungsfraktion CDU setzt damit die eigene Landesregierung Druck - in diesem Fall Bildungsministerin Birgit Hesse (SPD). Normalerweise unterstützen Koalitionsfraktionen den Kurs der von ihr getragenen Regierung und hinterfragen ihn nicht kritisch - zumindest nicht öffentlich. Die Initiative jetzt hat eine Vorgeschichte: Ursprünglich wollte die CDU einen gemeinsamen Antrag mit dem Koalitonspartner SPD einbringen - mit der gleichen kritischen Stoßrichtung. Die SPD lehnte aber ab, zu den Gründen wollte sich Fraktionschef Thomas Krüger nicht äußern. Er kommentiere Anträge des Koalitionspartners grundsätzlich nicht, sagte er. Aus der CDU wird kolportiert, die SPD habe abgelehnt, weil sie in dem Thema kein Problem sehe.

Schulen sollen Schwimmunterrichts-Angebote annehmen

Kokert meint dagegen, Schulen müssten sich stärker engagieren und Angebote beispielsweise der DLRG für einen Schwimmunterricht annehmen. Viel zu oft würden geplante Schwimmstunden ausfallen - beispielsweise wegen schlechten Wetters. Oft sei der Weg zur nächsten Schwimmhalle auch zu weit. Aber in einem Land der Küste und der Seen müssten Kinder schwimmen können. Das Schwimmen beizubringen sei zwar in erster Linie Sache der Eltern, so Kokert. Weil die Praxis aber oft anders aussehe, müsse die Schule einspringen. Kokert bezieht sich auf eine bundesweite Umfrage der DLRG, nach der nur knapp 60 Prozent der Kinder sicher schwimmen können - vor einigen Jahren habe die Zahl noch höher gelegen.

Offene Anfragen

Auch die Opposition hat bereits Nachfragen ans Ministerium. Es geht jeweils um die Frage der Schwimmfähigkeit der Schüler. Linke und AfD warten jedoch seit mehr als einem Monat auf Antworten aus dem Ministerium. Vor zwei Jahren gab es laut Ministerium an knapp jeder zehnten Grundschule keinen Schwimmunterricht. Am Donnerstag will Bildungsministerin Hesse in der vom Koalitionspartner CDU angestoßenen Landtags-Aussprache ans Pult gehen. Die CDU will auch danach nicht locker lassen: "Dem Thema Schwimmunterricht werden wir uns weiter widmen", sagte Kokert.

Weitere Informationen

Schüler sollen "Grundwortschatz" beherrschen

Um die Rechtschreibfähigkeit zu verbessern, sollen Grundschüler im Nordosten künftig mehr Deutschunterricht bekommen. Das geht zulasten anderer Fächer, wie die Lehrergewerkschaft kritisiert. (19.11.2015) mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 11.07.2017 | 07:00 Uhr

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