Stand: 25.11.2017 08:31 Uhr

CDU-Parteitag: Merkel macht die Hütte voll

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In Kühlungsborn trifft Merkel auf die Basis ihres Heimatverbandes - die will wissen, wie es weitergeht. (Archivbild)

Es ist ihr erster großer, öffentlicher Auftritt nach dem Platzen der "Jamaika"-Gespräche in Berlin: Bundeskanzlerin Angela Merkel kommt heute zu einem Kurzbesuch in ihren Heimatverband Mecklenburg-Vorpommern. Merkel ist zu Gast beim CDU-Landesparteitag in Kühlungsborn (Landkreis Rostock). Ihre Rede wird an der Basis im Nordosten mit Spannung erwartet.

Basis will wissen: Wie geht es weiter?

Die rund 170 Delegierten erhoffen sich von der geschäftsführenden Regierungschefin einen Rückblick auf die gescheiterten Sondierungen. Die christdemokratische Basis will aber auch wissen, wie es weitergeht in Berlin in Sachen Neuwahlen oder Minderheitsregierung - möglicherweise auch verbunden mit einer klaren Aufforderung an die SPD, sich neuen Gesprächen nicht zu verschließen.

Maximale Rückendeckung

Solche Töne hat es von CDU-Abgeordneten wie dem Merkel-Vertrauten, Landesgruppen-Chef und Haushaltsexperten Eckhardt Rehberg in den vergangenen Tagen mehrfach gegeben. Eines ist sicher: Ihr Heimatverband gibt Merkel maximale Rückendeckung. Der Kreisverband Vorpommern-Rügen - er liegt in Merkels Wahlkreis - hat der CDU-Vorsitzenden schon im Vorfeld die "uneingeschränkte Unterstützung" zugesichert.

50 Journalisten in Kühlungsborn erwartet

Der Kreisvorsitzende Harry Glawe - Wirtschaftsminister in Schwerin - meinte, jetzt seien die "Erfahrung, Kompetenz und das Durchsetzungsvermögen der Kanzlerin unerlässlich". Auch CDU-Landeschef Vincent Kokert erklärte, Merkel stehe für Stabilität und einen kühlen Kopf. Der Auftritt seiner Kanzlerin beschert ihm eine "volle Hütte". Neben den Delegierten und den Gästen haben sich rund 50 Journalisten angekündigt - für den eher kleinen Landesverband ist das ein ungewohnter Medienansturm.

Kokert gibt Startschuss für Programmdiskussion

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CDU-Landeschef Kokert will mit den Delegierten über das Programm diskutieren. (Archivbild)

Eher zur Nebensache dürfte in Kühlungsborn der Startschuss für eine Programmdiskussion werden. Der 39-jährige Parteichef Kokert, der auch die Fraktion im Landtag führt, will den Christdemokraten mehr politische Orientierung an die Hand geben. Das neue Papier solle "Kompass und Richtschnur über den Wahltermin hinaus" sein. Kokert will das Programm von den rund 5.200 Mitgliedern diskutieren und am Ende von einem weiteren Parteitag absegnen lassen.

Volkspartei, Landespartei, Zukunftspartei ...

Die Leitplanken hat er schon einmal vorgegeben. Die CDU sei Vieles, eine Volkspartei ebenso wie eine heimatverbundene Landespartei. Sie sei in den Kommunen verankert und offen für die Mitglieder. Mit Blick nach vorne heißt es in dem Vorschlag des Landesvorstandes, die CDU in Mecklenburg-Vorpommern sei auch eine "offene Zukunftspartei". Die Begriffe sollen in den nächsten Wochen mit Inhalt gefüllt werden.

Kommt Karin Strenz nach Kühlungsborn?

Spannend ist, ob die zuletzt umstrittene Bundestagsabgeordnete Karin Strenz aus Goldberg zum Parteitag nach Kühlungsborn kommt. Sie ist wegen zweifelhafter Zahlungen einer eng mit Aserbaidschan verbundenen Firma in die Kritik geraten. Sollte es Neuwahlen geben, muss Strenz um ihre Nominierung fürchten - bei der Bundestagswahl im September hatte die 50-Jährige bereits ein vergleichsweise schlechtes Ergebnis eingefahren.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 24.11.2017 | 19:00 Uhr

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