Stand: 21.12.2015 14:56 Uhr

Brandstiftung in Tutow: Tatverdächtiger im Visier

Nach einem Kellerbrand in einem Mehrfamilienhaus in Tutow bei Demmin vom Sonnabend auf Sonntag hat die Polizei einen Tatverdächtigen ermittelt. Die Beamten gehen von Brandstiftung aus. In dem betroffenen Haus sind auch Asylbewerber untergebracht. Zu den Hintergründen sowie zu Details im laufenden Ermittlungsverfahren machte die Polizei keine Angaben.

Staatsschutz eingeschaltet

Die Untersuchungen seien noch nicht abgeschlossen, sagte ein Polizeisprecher im Gespräch mit NDR 1 Radio MV. Es werde in alle Richtungen ermittelt. Weil in dem Haus Flüchtlinge leben und ein politischer Hintergrund möglich ist, wurde der Staatsschutz eingeschaltet. Nach Polizeiangaben konnten sich alle Bewohner unverletzt ins Freie retten und nach den Löscharbeiten in das Haus zurückkehren, verletzt wurde niemand. Der Sachschaden beträgt rund 15.000 Euro.

Bislang 48 Straftaten gegen Asylbewerberunterkünfte

"Weder Proteste gegen die Entwicklungen im Zusammenhang mit Flüchtlingen noch persönliche Unzufriedenheit rechtfertigen in irgendeiner Art und Weise Gewalt oder das Begehen von Straftaten", sagte Mecklenburg-Vorpommerns Innenminister Lorenz Caffier (CDU) bei einem Besuch in der Gemeinde am Montag. Er sei überzeugt, dass die Gemeinde und ihre Einwohner klare Zeichen setzen, dass Brandanschläge, Gewalt und Hass nicht toleriert würden, so Caffier weiter. Laut dem Innenministerium wurden 2015 bislang 48 politisch motivierte Straftaten im Zusammenhang mit Asylbewerberunterkünften registriert. Im Vorjahr waren es neun.

Jugendliche Brandstifter zünden Müllsäcke vor Asylunterkunft an

Auch in Altenkirchen auf Rügen brannte es am Sonnabend Abend in einer Asylbewerberunterkunft. Vor dem Gebäude gingen zunächst mehrere Müllsäcke in Flammen auf. Das Feuer griff wenig später auf die Fassade des Hauses über, die 28 Bewohner konnten das Haus unverletzt verlassen. Nach bisherigen Erkenntnissen waren laut Polizei Kinder beziehungsweise Jugendliche für die Tat verantwortlich. Menschen wurden nicht verletzt. Der Schaden beträgt etwa 4.000 Euro.

Hintergrund

Die rechte Szene in Norddeutschland - Was tun?

NSU, NPD, Pegida - wir haben die rechte Szene im Norden im Blick, analysieren Strukturen und geben Tipps, was Sie gegen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit tun können. mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 21.12.2015 | 06:00 Uhr