Stand: 13.10.2014 14:27 Uhr

Brandsätze auf Flüchtlingsunterkunft geworfen

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Gerade im Umbau befindlich und schon wieder beschädigt: Ein Brandanschlag auf eine Asylbewerberunterkunft in Groß Lüsewitz beschäftigt die Polizei.

In Groß Lüsewitz (Landkreis Rostock) haben Unbekannte in der Nacht zu Sonntag zwei Brandsätze gegen die Hauswand einer Asylbewerberunterkunft geworfen. Nach Angaben der Polizei wurden zwei Bierflaschen mit brennbarer Flüssigkeit benutzt. An der Hauswand entstanden Rußflecken. Die Polizei ermittelt wegen versuchter schwerer Brandstiftung. In dem Haus wohnen laut Polizei zurzeit acht Familien verschiedener Nationalitäten.

Nicht der erste Anschlag in Groß Lüsewitz

Der Wohnblock geriet nicht in Brand, das Feuer erlosch von selbst. Ein Zeugin hatte Brandgeruch wahrgenommen und eine Person weglaufen sehen. Trotz einer sofort eingeleiteten Fahndung mit mehreren Streifenwagen konnten die Täter nicht gefasst werden. Die Polizei schließt einen politisch motivierten Hintergrund dieser Straftat nicht aus. Am Sonntag kündigte die Polizei eine ständige Präsenz durch Einsatzkräfte vor dem Heim an. Wer Hinweise zur Tat geben kann wird gebeten, sich bei der Polizei zu melden. Es war nicht der erste Anschlag auf das Gebäude: Im Dezember 2013 hatten Unbekannte das Heim mit einem ausländerfeindlichen Schriftzug besprüht. Einige Monate später hatte der Staatsschutz einen 30-jährigen Tatverdächtigen ermittelt. Er hatte die Schmierereien gestanden und als Motiv "Frust bei der Arbeit" genannt.

Caffier kündigt Null-Toleranz für Straftäter an

Mecklenburg-Vorpommerns Innenminister Lorenz Caffier (CDU) verurteilte den Angriff am Sonntag aufs Schärfste und kündigte "null Toleranz für die Straftäter" an. Für Angriffe auf Asylbewerberheime gebe es keinerlei Rechtfertigung, erklärte Caffier. Man werde weiterhin rechtsextremistischen Bestrebungen mit allen polizeilichen Mitteln entgegentreten und müssen jede Möglichkeit nutzen, rechtsextremistische Auswüchse zu verhindern, so Caffier weiter.

Breites Bündnis in Sanitz für die Integration

Wie der Sprecher des für die Asyl-Unterkunft zuständigen Landkreises Rostock sagte, seien nach dem Vorfall die Bewohner "gefasst". Das Sozialamt habe Kontakt mit einem Betreuer aufgenommen und sich über die Situation erkundigt. Außerdem sei die Gemeinde gut aufgestellt. Die Gemeindeverwaltung von Sanitz arbeite modellhaft positiv. Wie NDR 1 Radio MV am Montag berichtete, gibt es in Groß Lüsewitz ein breites Bündnis, dass sich für die Integration der Familien engagiert.

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 12.10.2014 | 09:00 Uhr