Stand: 25.11.2015 07:57 Uhr

Brand in Woldegk: Staatsschutz ermittelt

Nach dem Brand eines Mehrfamilienhauses am Montagabend in Woldegk (Kreis Mecklenburgische Seenplatte) hat sich der Staatsschutz in die Ermittlungen eingeschaltet. In dem Gebäude waren auch Flüchtlinge untergebracht. "Es wird geprüft, ob es einen politisch motivierten Hintergrund gibt", sagte eine Polizeisprecherin am Dienstagmorgen. Zunächst gab es aber keine konkreten Hinweise darauf. Es werde in alle Richtungen ermittelt. Einem Brandspezialisten zufolge gab es zwei Brandherde im Keller. Die Polizei ermittelt wegen des Verdachts der schweren Brandstiftung. Dazu wurde eine achtköpfige Ermittlungsgruppe unter Beteiligung des Staatsschutzes gebildet.

Kellerverschläge angesteckt

Die Feuerwehr hatte 35 Menschen aus dem brennenden Mehrfamilienhaus gerettet. Neben einheimischen Familien lebten dort auch zehn Flüchtlinge aus Syrien und der Ukraine. Nach Angaben der Polizei war der Brand gelegt worden. Demnach hatten Unbekannte Holzverschläge im Keller des Gebäudes angezündet.

Feuerwehr bringt Bewohner über Drehleiter in Sicherheit

Der Qualm zog ins Treppenhaus, sodass dieser Fluchtweg für die Bewohner abgeschnitten war. Mehrere Menschen kletterten über ihre Balkone ins Freie, die meisten mussten von der Feuerwehr über Drehleitern in Sicherheit gebracht werden. Ein 76-jähriger Woldegker und ein 14-jähriges Mädchen wurden mit Verdacht auf Rauchgasvergiftungen im Krankenhaus behandelt.

Rechtsextremer Hintergrund noch unklar

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An zwei Stellen im Keller ist Feuer gelegt worden.

Das Gebäude ist vorerst unbewohnbar, da Versorgungs- und Entsorgungsleitungen beschädigt worden sind. Die Mieter wurden in Notunterkünften, bei Verwandten und Freunden und in einem Hotel untergebracht.

SPD-Fraktionschef fordert massive Untersuchungen

Der Vorsitzende der SPD-Landtagsfraktion, Norbert Nieszery, sagte, er gehe davon aus, dass der Anschlag einen rechtsextremistischen Hintergrund hat. "Sollte sich dieser Tatverdacht bestätigen, hätte der rechtsextremistische Terror eine neue, erschreckende Dimension bei uns im Land erreicht." Er erwarte von den Sicherheitsbehörden massive Untersuchungen zur schnellstmöglichen Aufklärung des Anschlags.

Hintergrund

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 24.11.2015 | 12:00 Uhr