Stand: 08.03.2016 15:24 Uhr

Betrug und Bankrott: Ex-Moderator geständig

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Der ehemalige Moderator soll mit einem Komplizen Geld aus Gewinnspielen selbst kassiert haben.

Der ehemalige Moderator des Rostocker Privatsenders Ostseewelle, Marcus Japke, hat am Landgericht Rostock ein weitgehendes Geständnis abgelegt. Dem 42-Jährigen werden Bankrott und Betrug in besonders schweren Fällen vorgeworfen. Japke ließ am Dienstag eine Erklärung verlesen, in der er einräumte, zusammen mit einem ebenfalls angeklagten Komplizen die Manipulation von Gewinnspielen geplant zu haben. Die beiden hätten eine 50:50-Gewinnteilung vereinbart. Japke bestätigte damit im Wesentlichen die gegen ihn erhobenen Vorwürfe, wich aber in Details von der Darstellung der Anklage ab. Der 39-jährige Mitangeklagte hatte die Hauptschuld dem Moderator angelastet.

Gewinnspiele manipuliert

Laut Anklage hatten die beiden zwischen 2008 und 2010 bei Gewinnspielen des Senders vorher festgelegte Anrufer zu Gewinnern bestimmt. Diese sollen einen Großteil der Gewinnsummen an Japke und dessen Komplizen zurückgezahlt haben. 61.000 Euro seien an die Angeklagten geflossen. Der Gesamtschaden soll bei rund 75.000 Euro liegen. Japke ließ erklären, dass er die Taten außerordentlich bedaure, allerdings seien die Gewinngelder ohnehin geflossen. Es sei also nur anders verteilt worden, niemand sei geschädigt worden. Der Moderator betonte, dass die Gewinnspiele auf ihn zugeschnitten gewesen seien.

Nur auf sich selbst fixiert

Zum Vorwurf des Bankrotts sagte der Moderator aus, dass seine damalige Lebensgefährtin eine Firma gegründet und als Geschäftsführerin geleitet habe. Er sei dort angestellt gewesen und habe so seine private Insolvenz ohne Einbußen durchlaufen. Die Anklage geht davon aus, dass er im Rahmen der Privatinsolvenz Einnahmen in Höhe von rund 1,2 Millionen Euro erzielt hat. Die Gläubiger hätten Forderungen von mehr als 500.000 Euro erhoben. Dass seine Gläubiger auf der Strecke blieben, sei ihm egal gewesen. Er sei nur auf sich fixiert gewesen, sagte der 42-Jährige. Er habe zudem noch vergeblich versucht, sein Geld in einer Spielbank zu vermehren.

Japke war bereits 2012 wegen Kindesmissbrauchs zu drei Jahren und zwei Monaten Haft verurteilt worden. Inzwischen ist er aber wieder auf freiem Fuß.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 08.03.2016 | 15:00 Uhr