Stand: 05.04.2017 16:17 Uhr

Bauverband beklagt langsame Verwaltungen

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Erst Kurzarbeit, dann bauen im Akkord - der Bauverband kritisiert die öffentliche Auftragsvergabe. (Symbolbild)

Der Bauverband Mecklenburg-Vorpommern macht die öffentliche Hand dafür verantwortlich, dass Unternehmen immer häufiger Kurzarbeit anmelden müssen. Rund zehn Prozent aller Beschäftigten der Branche hätten im ersten Halbjahr 2016 zu Hause gesessen, weil Verwaltungen geschlafen hätten, so der Vorwurf.

Aufträge besser verteilen

Weil die Mittel für öffentliche Bauaufträge erst in der zweiten Jahreshälfte frei geworden seien, hätten viele Betriebe im vergangenen Jahr bis in den Sommer hinein Kurzarbeit fahren müssen. So schildert es der neue Präsident des Bauverbandes, Rainer Bauer. In der Folge muss ein großes Auftragsvolumen muss in wenigen Wochen in Akkordarbeit abgearbeitet werden, um es noch vor dem Winter zu bewältigen. Bauer fordert Verwaltungen auf, besser vorauszuplanen, damit sich die Arbeit gleichmäßig aufs Jahr verteilt.

Wartezeiten bei Baugenehmigungen länger als früher

Auch Baugenehmigungen ließen immer länger auf sich warten. Verwaltungen bräuchten inzwischen etwa dreimal länger, als noch vor fünf Jahren, beklagt der Präsident des Landesbauverbandes. Früher habe es in der Regel nach einem viertel oder halben Jahr Baurecht gegeben, je nachdem ob es um eine Garage oder ein ganzes Wohngebiet ging. Heutzutage müsse man hingegen bei einem Eigenheim mit mindestens einem Jahr Wartezeit rechnen und bei einem Wohngebiet mit mindestens fünf Jahren.

Abgang von erfahrenen Verwaltungsangestellten spürbar

Auf der einen Seite gibt es wohl immer mehr Einsprüche und Forderungen. Auf der anderen Seite beklagt der Bauverband aber auch, dass viele erfahrene Verwaltungsmitarbeiter in den Ruhestand gegangen sind. Es gebe kaum noch erfahrene Leute in den Ämtern und das sei seit zwei bis drei Jahren deutlich zu spüren - in Form von längeren Bearbeitungszeiten.

Neuer Verbandschef will bessere Bedingungen für sozialen Wohnungsbau

Der Bauunternehmer Rainer Bauer hat das Amt des Verbandspräsidenten gerade erst übernommen. Der 56-Jährige ist seit vier Tagen im Amt und wurde für drei Jahre gewählt. Und diese Zeit will Bauer nutzen, um sich bei Landesregierung und Kommunen unter anderem für besser Rahmenbedingungen beim sozialen Wohnungsbau einzusetzen. Da reiche die Förderung vom Bund nicht aus, weil es keine günstigen Grundstücke mehr gebe - vor allem in den Ballungszentren Rostock und Schwerin. Die Kommunen müssten auch mal bereit sein, Baugrundstücke für einen Bruchteil des Marktwertes zu verkaufen, so Bauer. Als Beispiel nennt er für Rostock einen Quadratmeterpreis von 30 statt der üblichen 300 Euro - damit da dann auch Mieten in Höhe von 6,50 Euro angeboten werden können. Aber wenn jeder nur das Maximum an Preis rausholen wolle, so Bauer, dann kriege man auch mit der besten Förderung nie sozialen Wohnungsbau hin.

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 05.04.2017 | 14:00 Uhr

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