Stand: 14.01.2016 18:24 Uhr

Bau der neuen A-19-Brücke im Zeitplan

Seit vergangenem Herbst ist die Petersdorfer Brücke im Verlauf der A 19 bei Malchow (Landkreis Mecklenburgische Seenplatte) ein Nadelöhr - und die Autofahrer werden sich auch noch mindestens anderthalb Jahre gedulden müssen, bis die Brücke wieder vierspurig befahrbar ist. Immerhin liegen die Bauarbeiten trotz des Frosts und aufwendiger Bohrungen im Zeitplan. Das sagte Mario Schönherr von der Fernstraßenplanungs- und -baugesellschaft Deges am Donnerstag beim Besuch von Mecklenburg-Vorpommerns Verkehrsminister Christian Pegel (SPD) auf der Baustelle.

Peterdorfer Brücke wird saniert

Fester Grund erst in großer Tiefe

Die Arbeiten gehen gerade in eine entscheidende Phase: Von der gesperrten Westbrücke aus werden gut 50 Meter tiefe Löcher in den Untergrund des Petersdorfer Sees gebohrt, um Betonpfähle für Fundamente gießen zu können. Das Hauptproblem ist der Untergrund: Der See ist zwar nur zwei Meter tief, hat aber eine 20 Meter dicke schlammige Muddeschicht. "Wir gehen 52 Meter tief hinein, um wirklich festen Grund zu haben", sagt Schönherr. Wenn die Bohrpfähle fertig sind, wird die Brücke abgerissen und neu aufgebaut.

Alte Brücke zu schwach dimensioniert

Die Brücke ist noch keine 40 Jahre alt - für eine Brücke ist das recht wenig. Doch als sie in den 1970er Jahren gebaut wurde, rechneten die Bauherren in der DDR nicht damit, dass solch schwere Fahrzeuge die Brücke überqueren würden. Außerdem unterschätzten sie den Baugrund und bauten die Pfeiler nicht tief genug, so Projektleiter Schönherr. Deshalb gaben die Bauwerke Jahr für Jahr nach, hingen sogar schon etwas durch. Rund 30 Millionen Euro werden für die beiden großen Brücken veranschlagt, mehr als 40 Millionen Euro für den gesamten Umbau der Anschlusstelle Waren, die der Bund trägt.

In der Saison wird es eng auf den Straßen zur Ostsee

Neben der technischen Herausforderung ist das hohe Verkehrsaufkommen ein Problem. Erst wenn im Mai 2017 die erste Brücke fertig ist, ist diese so breit, dass hier vierspurig gefahren werden kann. Bis dahin wird es gerade im Sommer mit dem Reiseverkehr zur Ostsee eng: "Wir hoffen, dass vor allem in den Hauptreisezeiten möglichst schon vor Berlin auf die Baustelle hingewiesen wird", sagt Verkehrsminister Pegel. Wer nach Rügen will, könne ab Berlin schon über die A 11 und A 20 ausweichen. Nach Boltenhagen seien Reisende mit der A 24 und dann der A 14 nach Wismar besser dran.

Anfang November hatten die Bauarbeiten begonnen. Ende 2018 soll die Brücke komplett fertig sein und auch die Anschlussstelle Waren, die zeitgleich neu gebaut wird.

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 14.01.2016 | 18:10 Uhr