Stand: 20.03.2017 15:53 Uhr

Baby misshandelt: Lange Haftstrafe für Vater

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Lange Haftstrafe: Der Mann hatte zugegeben, seinen Sohn mehrfach misshandelt zu haben. (Archivbild)

Vor dem Stralsunder Landgericht ist am Montag ein Mann aus Greifswald zu sechseinhalb Jahren Haft verurteilt worden. Der 32-Jährige hatte nach Ansicht des Gerichts seinen Sohn zwischen dem dritten und zehnten Lebensmonat mindestens 15-mal misshandelt. Bei der Strafzumessung sei zu berücksichtigen, dass eine dauerhafte Behinderung zu befürchten sei und dass es sich um ein wenige Monate altes Baby handele, das besonders wehr- und schutzlos sei, sagte die Vorsitzende Richterin am Montag bei der Urteilsverkündung am Montag.

Vater hatte mehrere Taten eingeräumt

Der Angeklagte hatte bereits am ersten Prozesstag eingeräumt, den Säugling zwischen Oktober 2014 und Juni 2015 mehrfach misshandelt zu haben. Die Staatsanwaltschaft hatte in ihrem Plädoyer am Montagvormittag eine Haftstrafe von acht Jahren gefordert. Wie der Anwalt der Verteidigung mitteilte, prüfe man eine Revision. Im Schlusswort hatte der Verurteilte mitgeteilt, er könne nicht sagen, warum er das getan habe.

Sohn schwerbehindert

Laut Staatsanwaltschaft soll er seinen Sohn über neun Monate hinweg immer wieder geschüttelt und geschlagen haben. In einem Fall war die Misshandlung so schwer, dass der damals vier Monate alte Junge mit Krämpfen und Hirnblutungen ins Krankenhaus gebracht werden musste. Der Sohn des Paares ist in Folge der Gewalttaten schwerbehindert. Nach einer Strafanzeige der Ärzte gegen die Eltern wurden die Ermittlungen zunächst eingestellt, weil der Tatverdacht nicht nachweisbar gewesen sei.

Videoaufzeichnungen zeigen Kindesmisshandlungen

Auf Druck der Mutter hatte das Paar nach dem ersten Vorfall drei Kameras in der Wohnung installiert, die zwölf weitere Gewaltübergriffe des Vaters dokumentierten. Das Paar trennte sich im Juni 2015. Erst als die Mutter vor einem Jahr die Aufnahmen auf der Festplatte des Computers durchsah, fielen die Taten durch den Kindsvater auf. 27 Dateien dokumentieren mutmaßliche Gewalteinwirkungen des Mannes.

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 20.03.2017 | 16:30 Uhr

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