Stand: 23.04.2014 18:16 Uhr

Antibiotika-Einsätze in Schweinemast erhoben

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Tierhalter in Deutschland müssen von diesem Jahr an den Einsatz von Antibiotika in den Ställen dokumentieren. (Archivbild)

Nach Masthähnchen und Puten hat das Landwirtschaftsministerium Mecklenburg-Vorpommern Daten für den Antibiotika-Einsatz in der Schweinemast vorgelegt. Dabei hat die Behörde einen neuen Weg beschritten. Schon ein Jahr früher als bundesweit hat sie nach den Vorgaben des neuen Arzneimittelgesetzes gearbeitet. Nach diesem neuen Gesetz müssen Nutztierhalter künftig halbjährlich alle Antibiotika-Anwendungen in eine zentrale Datenbank eingeben.

Ein Viertel der Betriebe kommt ohne Antibiotika aus

Aus diesen Daten wird ein Therapie-Index errechnet, quasi ein Mittelwert. Dieser Wert liegt in Mecklenburg-Vorpommern um ein Drittel niedriger als im Bundesvergleich, sagte Landwirtschaftsminister Till Backhaus (SPD): "Die andere Kernbotschaft ist: 25,2 Prozent unserer Betriebe in Mecklenburg-Vorpommern brauchen keine Antibiotika in der Schweinehaltung." Bundesweit seien es nur 20 Prozent antibiotikafreier Mastbetriebe.

45 der 220 Schweinemastbetriebe im Land beteiligt

Mecklenburg-Vorpommern hat das ab Sommer obligatorische Datenerfassungsprogramm bereits im vergangenen Jahr angewendet. Die Daten dafür haben 45 Schweinemäster freiwillig zur Verfügung gestellt, die in einem speziellen Qualitätssicherungssystem mitarbeiten - das sind 20 Prozent aller Schweinemastbetriebe im Land. Die Auswertung ergab, dass neben den 25 Prozent antibiotikafreien Mastbetrieben gut die Hälfte der Betriebe über dem Index liegt, also der Medikamenteneinsatz höher ist. Bei 21 Prozent davon, das sind acht Betriebe, ist der Einsatz so hoch, dass ein Maßnahmeplan zur Reduzierung bei der Behörde eingereicht werden muss. "Ich nehme wahr, dass größere Bestände sich nicht negativer darstellen als kleinere Bestände", so Backhaus.

Backhaus: Sensibilisierung zur Reduzierung

Über diese Maßnahmepläne soll der Antibiotika-Einsatz in der Nutztierhaltung laut dem Minister deutlich reduziert werden. Das scheint möglich. "Es hat in diesem Land eine Sensibilisierung zur Reduzierung des Einsatzes von Antibiotika stattgefunden", stellte Backhaus fest. Vorgesehen ist, in der Hähnchen- und Putenmast die Antibiotika-Überwachung fortzusetzen. Die Behörden wollen so die Umsetzung der Minimierungskonzepte in den Betrieben weiter zu begleiten.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | Der Nachmittag | 23.04.2014 | 19:00 Uhr