Stand: 27.03.2017 15:53 Uhr

Anklam macht Weg für "Löwenzahn-Labor" frei

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Laut Conti wurden in ersten Kleinserien bereits Nutzfahrzeugreifen aus dem neuartigen Kautschuk hergestellt.

Die Stadtvertretung in Anklam (Landkreis Vorpommern-Greifswald) hat mit großer Mehrheit dem Verkauf eines Grundstücks an den Reifenhersteller Continental zugestimmt. Damit ist der Weg frei für ein Forschungsprojekt zur Gewinnung von Kautschuk aus Löwenzahn. Die Stadt will das drei Hektar große Grundstück für den symbolischen Preis von einem Euro Continental überlassen.

Bürgermeister: "Zweite Zuckerfabrik - nur ohne Rüben"

Der Deal wird sich laut Bürgermeister Michael Galander rechnen, schließlich wolle das Unternehmen rund 30 Millionen Euro in der Region investieren und zunächst rund 25 Arbeitsplätze schaffen. Sollte es dem Reifenhersteller in den kommenden Jahren in dem sogenannten Taraxagum Lab Anklam gelingen, aus russischem Löwenzahn Kautschuk zu gewinnen, hätte Anklam "eine zweite Zuckerfabrik, nur ohne Rüben", so der Bürgermeister.

Reifen aus Löwenzahnsaft statt Naturkautschuk

Der Dax-Konzern plant langfristig, einen Teil des Gummis sowohl für seine Reifen als auch für andere Gummiartikel aus Bestandteilen der Löwenzahnpflanze zu gewinnen. Die Pflanze kann laut Continental in Nord- und Westeuropa angebaut werden. Dies helfe die langen Transportwege, welche die aus dem Kautschukgürtel beiderseits des Äquators stammende Kautschukpflanze bisher zurücklegen musste, zu vermeiden.

Baubeginn bis Mai

Der Bau des Labors soll spätestens im Mai beginnen. Die Stadt rechnt damit, dass im Oktober die erste Löwenzahn-Ernte eingefahren werden und das Labor damit bis zum Jahresende mit seiner Forschungsarbeit beginnen kann. Der Dax-Konzern mit Sitz in Hannover beschäftigt nach eigenen Angaben weltweit rund 220.000 Mitarbeiter und machte zuletzt einen Umsatz von 40,5 Milliarden Euro.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 27.03.2017 | 15:00 Uhr

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