Stand: 17.07.2017 18:36 Uhr

Anhörungen zu Pipeline-Erweiterung gestartet

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Die Pipeline verläuft durch russische, finnische, dänische und schwedische Gewässer. In diesen Ländern laufen Genehmigungsverfahren.

Das Genehmigungsverfahren für den Bau der umstrittenen Erdgaspipeline Nord Stream 2 ist am Montag in die nächste Runde gestartet: In Stralsund begann das Anhörungsverfahren für die geplante Erweiterung der Ostseepipeline. Dem Bergamt Stralsund und dem Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) als Genehmigungsbehörden liegen eigenen Angaben zufolge insgesamt mehr als 200 Stellungnahmen vor.

Erneute Diskkussion um Ackerflächen

Verbände, Fachbehörden und betroffene Bürger können ihre Bedenken nochmals mündlich vortragen. So wird unter anderem auch die Problematik der auf Rügen betroffenen Bauern Thema der Diskussion sein. Sie sollen im Zuge der Ausgleichsmaßnahmen rund 1.000 Hektar Ackerland in Grünland umwandeln. Neben den Landwirten kritisieren auch die Umweltverbände Nabu, BUND und WWF das Vorhaben. Sie befürchten eine Schädigung der Umwelt, etwa durch Grabungen und chemische Einflüsse.

Thomas Triller, Leiter des für die Genehmigung in den Küstengewässern zuständigen Bergamtes, betonte, dass sich die Genehmigungsbehörden nicht durch den ambitionierten Zeitplan der Gazprom-Tochter Nord Stream 2 beeindrucken lassen. Man werde solide alle Kritikpunkte abarbeiten und bewerten, sagte Triller.

Umweltverbände schließen erneuten "Deal" aus

Gegen den Bau der ersten Nord Stream-Pipeline, die 2011 in Betrieb ging, hatten die Umweltverbände noch geklagt, dann aber ihre Klage nach einer Einigung mit Nord Stream über die Gründung einer millionenschweren Ostsee-Stiftung zurückgezogen. Im Zusammenhang mit dem Bau von Nord Stream 2 hatten die Verbände einen weiteren "Deal" ausgeschlossen.   

Unternehmen glaubt alle Fragen klären zu können

Nord Stream 2 sei zuversichtlich, alle Fragen umfassend beantworten zu können, sagte der für Genehmigungen zuständige Nord-Stream-2-Manager Jens Lange. "In den kommenden fünf Tagen beantworten wir die in den Stellungnahmen und Einwendungen gestellten Fragen, Anmerkungen und Kritikpunkte."

Anhörungen können verlängert werden

Die nicht-öffentlichen Anhörungen sind bis Freitag angesetzt, kann laut Bergamt aber bei Bedarf um drei Tage verlängert werden. Die Behörde schätzt, dass sich täglich zwischen 40 bis 80 Menschen beteiligen werden. "Diese Erörterung dient dazu, Unklarheiten zu beseitigen und Konflikte zu lösen", sagte der Leiter des Stralsunder Bergamts. Das Ergebnis werde den Beteiligten im Anschluss zur Durchsicht vorgelegt. "Und dann kommt die eigentliche Abwegungsphase, wo die Behörde dann entscheiden muss: Ist das, was hier eingereicht wurde, genehmigungsfähig oder nicht?"

Rohrummantelung hat bereits begonnen

Die Tochterfirma des russischen Energieversorgers Gazprom will 2018 mit dem Bau der 1.200 Kilometer langen Leitung beginnen. In Sassnitz auf Rügen hat in der vergangenen Woche bereits die Betonummantelung der Rohre begonnen.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 17.07.2017 | 11:00 Uhr

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