Stand: 26.01.2016 14:34 Uhr

Abwanderung aus dem Osten gestoppt - statistisch

Die jahrzehntelange Abwanderung aus Ostdeutschland ist gestoppt. Das belegt eine Untersuchung des Berlin-Instituts für Bevölkerung und Entwicklung über den Zeitraum von 2008 bis 2013, die am Dienstag in Berlin vorgestellt wurde. Demnach ziehen mehr Menschen in den Osten, als die Länder umgekehrt an Einwohnern verlieren. Der Zuzug beschränkt sich allerdings auf die großen Städte.

MV: Städte profitieren bei jung und alt

Der Studie zufolge profitiert auch Mecklenburg-Vorpommern von dieser positiven Entwicklung: Bei den jungen Menschen sind vor allem Universitätsstädte wie Greifswald und Wismar attraktiv. Hier registrierten die Wissenschaftler einen deutlichen Zuzug. Besonders beliebt bei 50 bis 64-Jährigen sind Städte mit einer landschaftlich besonders attraktiven Lage wie Rostock. Binz, Heringsdorf und Sassnitz haben demnach ebenfalls zugelegt.

Grafiken aus der Studie "Im Osten auf Wanderung"

Berufspendler siedeln sich in Westmecklenburg an

Westmecklenburg ist angesagt bei Berufstätigen in jedem Alter - immer mehr wohnen dort und pendeln zur Arbeit nach Lübeck oder Hamburg. Mecklenburg-Vorpommern ist auch ein Ziel für viele Rentner über 65. Altersfreundliche mittelgrosse Städte am Meer profitieren davon. Verlierer sind viele kleine Gemeinden auf dem Land. Dort wandern Menschen aus allen Altersgruppen ab.

Weitere Informationen

Studie: Im Osten auf Wanderschaft

Komplette Studie des Berlin Instituts für Bevölkerung und Entwicklung (Link auf der Internetseite). extern

85 Prozent der Gemeinden verlieren immer noch

Insgesamt profitieren die größeren Städte wie Leipzig, Dresden, Jena, Erfurt und Potsdam. In 85 Prozent der restlichen Gemeinden überwiegt laut der Studie noch immer die Abwanderung. Die Ost-Beauftragte der Bundesregierung, Iris Gleicke (SPD), bemerkte, die Städtebauförderung und der Stadtumbau Ost hätten die Städte lebenswert gemacht. Nun seien "pfiffige Lösungen" für das Land gefragt. Wie der Direktor des Berlin-Instituts für Bevölkerung und Entwicklung Reiner Klingholz sagte, sei der Drang in die Städte im Westen ähnlich stark. Das Land sei dort aber dichter besiedelt als im Osten, was die Versorgung erleichtere.

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 26.01.2016 | 14:00 Uhr