Stand: 26.03.2016 10:51 Uhr

6.300 Schüler in MV begehen die Jugendweihe

Im Nordosten nimmt etwa jeder zweite Jugendliche an der Jugendweihe teil.

In Woldegk (Landkreis Mecklenburgische Seenplatte) ist am Sonnabend die erste Jugendweihe dieses Jahres in Mecklenburg-Vorpommern gefeiert worden. 19 Mädchen und Jungen haben sich dazu in einem Hotel zusammengefunden. Zur Vorbereitung auf diesen Tag nahmen sie an gemeinsamen Veranstaltungen teil. So bot der Verein Jugendweihe Mecklenburg-Vorpommern Exkursionen zum Bundestag nach Berlin an, es gab Gesprächsrunden zur Aufklärung oder den Gefahren von Drogen, aber auch Berufsberatung ist Teil solcher Jugendstunden.

Neubrandenburg ist Jugendweihe-Hochburg

Nach Angaben des Vereins Jugendweihe haben sich in diesem Jahr rund 6.300 Schüler zu den nichtkonfessionellen Feiern angemeldet. Das sind mehr als die Hälfte aller 14-Jährigen im Land. In manchen Regionen, zum Beispiel rund um Neubrandenburg, nehmen sogar drei von vier Jugendlichen an der Jugendweihe teil. Nach dem Auftakt in Woldegk sind die nächsten Feiern in Malchin, Neustrelitz und Parchim geplant. Die letzten sind im Juni angesetzt.

Verbreiteter als Konfirmation und Firmung

Die Jugendweihe ist in Mecklenburg-Vorpommern ein beliebter Schritt auf dem Weg zum Erwachsenwerden. Bei der Konfirmation (evangelische Kirche) und Firmung (katholische Kirche) sind die Teilnehmerzahlen wegen der geringen kirchlichen Bindung im Land deutlich niedriger. Die Festreden bei den Jugendweihen halten häufig Bürgermeister, Landräte sowie Kommunal- und Landespolitiker. Ministerpräsident Erwin Sellering (SPD) will am 28. Mai in Schwerin zu Jugendlichen sprechen. Auch Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig, Landtagspräsidentin Sylvia Bretschneider und Finanzministerin Heike Polzin (alle SPD) werden als Festredner bei Jugendweihen erwartet. Der Feier schließt sich oft ein großes Familienfest an.

Ritual mit alten historischen Wurzeln

Seit der Vereinsgründung 1990 haben im Nordosten mehr als 275.000 Mädchen und Jungen die Jugendweihe erhalten. Zu DDR-Zeiten haben die meisten 14-Jährigen und ihre Familien das Fest gefeiert. Allerdings war die Jugendweihe vom SED-Staat vereinnahmt: Fester Bestandteil war ein Gelöbnis auf den Staat. Die Geschichte der Jugendweihe als Übergangsritual ist schon viel älter und reicht bis ins 19. Jahrhundert zurück.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 26.10.2014 | 07:00 Uhr