Stand: 08.10.2014 14:26 Uhr

4.000 DDR-Heimkinder melden sich beim Hilfsfonds an

von Stefan Ludmann

Knapp 4.000 ehemalige DDR-Heimkinder haben in Mecklenburg-Vorpommern ihre Ansprüche für den Hilfsfonds des Bundes und der Länder angemeldet. Das hat die Landesbeauftragte für die Stasi-Unterlagen, Anne Drescher, mitgeteilt. Die Betroffenen können damit für erlittenes Leid und Unrecht entschädigt werden. Sie waren in Spezialkinderheimen und Jugendwerkhöfen wie in Demmin, Rühn bei Bützow oder Krassow in der Nähe von Wismar untergebracht, galten als schwererziehbar und wurden oft gequält und unterdrückt. 16.000 Kinder lebten auf dem Gebiet des heutigen Mecklenburg-Vorpommerns in Heimen wie diesen, 3.839 haben bis zum Ablauf der Frist vor einer Woche ihre Ansprüche angemeldet.

Sachleistungen bis 10.000 Euro

Besonders im September habe es noch einen "Ansturm von telefonischen und schriftlichen Anfragen" gegeben, so die Landesbeauftragte Drescher. Die Betroffenen können mit Sachleistungen bis zu 10.000 Euro rechnen, beispielsweise für Reisen, Kuraufenthalte oder auch den Kauf einer Gartenparzelle. Es gehe aber auch um mögliche Renten für geleistete Arbeit in den Jugendwerkhöfen. Wichtig sei, dass die Menschen mit Beratern über ihr Leid reden könnten und eine Art Wiedergutmachung bekämen, sagte Drescher.

Fonds wegen vieler Ansprüche augestockt

Bund und Länder teilen sich den Fonds zu Hälfte - er sollte ursprünglich 40 Millionen Euro schwer sein, wurde wegen der vielen Ansprüche dann um bis zu 200 Millionen Euro aufgestockt. Nach Ablauf der Frist und den eingegangenen Ansprüchen, erklärte Drescher, könne in den nächsten Wochen gesagt werde, wie viel tatsächlich gebraucht werde.

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NDR 1 Radio MV | 08.10.2014 | 14:00 Uhr