Seitenanfang.Direkt zum Inhalt Direkt zur Bereichsnavigation Direkt zu den Zusatzinformationen
Eine Lichtkugel am Himmel - wahrscheinlich eine verglühende Sternschnuppe - hat am Dienstagabend zahlreiche Menschen in Norddeutschland in Aufregung versetzt. Augenzeugen meldeten sich bei Polizeistationen und Feuerwehren in Hamburg, Niedersachsen, Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern und Bremen und berichteten von einer "brennenden Kugel" oder einem "leuchtenden Gegenstand" am Himmel. Einige Anrufer sagten, sie hätten gesehen, dass die mysteriöse Kugel "zerbröselt und zu Boden gefallen ist".
Die Lichterscheinung ist nach Angaben des Forschers Thomas Grau von einem Meteoritenfall hervorgerufen worden. "Wir haben Bilder von der Feuerkugel und von der Meteorwolke", sagte der Gründer des Europäischen Netzwerks zur Erforschung von Feuerkugeln und Meteoriten am Mittwoch in Bernau bei Berlin. Möglicherweise sei der Meteorit vor dem Emsland ins Meer gestürzt. In den Niederlanden seien die typischen Geräusche, der Überschallknall und eine Art Donnergrollen, wahrgenommen worden. Grau hat schon mehrfach mit spektakulären Funden von Meteoriten Schlagzeilen gemacht.
Für die Polizei in Pinneberg und Bad Segeberg war das Naturspektakel zunächst ein Schreck. Anrufer hatten berichtet, ein brennendes Flugzeug stürze vom Himmel. Einsatzkräfte vermuteten einem Bericht der NDR 1 Welle Nord zufolge im Bereich Quickborn eine Absturzstelle. Dann gab die Flugsicherung in Hamburg Entwarnung - es waren noch alle Flugzeuge auf dem Bildschirm zu sehen.
Auch die Polizei in Neubrandenburg war mit dem Phänomen beschäftigt. "Wir haben nach einem Anruf zuerst überprüft, ob ein Tanklager brennt oder irgendwo Erdgas abgefackelt wird", sagte ein Sprecher der Polizei am Mittwochmorgen. Ein Autofahrer, der auf der Bundesstraße 192 zwischen Neubrandenburg und Waren unterwegs war, hatte eine "grünliche Feuererscheinung" entdeckt, sie in "etwa zehn Kilometer Entfernung" vermutet und die Beamten informiert.
Auch der Hobbyastronom Werner Walter vom Centralen Erforschungsnetz außergewöhnlicher Himmelsphänomene (CENAP) in Mannheim erhielt nach eigenen Angaben zahlreiche Meldungen von Augenzeugen aus Hamburg, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern und Nordrhein-Westfalen. Diese hätten von einer "weiß-grünen Lichtkugel" berichtet, die mit einem Lichtschweif "lautlos und sekundenlang vom Himmel herabraste". Walter geht davon aus, dass es sich bei der Erscheinung um eine große Sternschnuppe gehandelt hat, die in der Erdatmosphäre verglüht sei. Solche Erscheinungen seien höchst selten.