Stand: 24.02.2015 08:12 Uhr

Widerstand gegen Westerweiterung des Hafens

Gegen die neuen Pläne zur Westerweiterung des Hamburger Hafens formiert sich der Widerstand. Nach Informationen von NDR 90,3 sind insgesamt 41 Einwendungen bei der Planfeststellungsbehörde eingegangen - die meisten kommen von Anwohnern am nördlichen Elbufer. Ende vergangener Woche lief für das Genehmigungsverfahren die offizielle Einspruchsfrist ab. Der Terminalbetreiber Eurogate will in Waltershof rund einen Kilometer neue Kaimauern errichten, etwa 500 Meter direkt an der Elbe gegenüber dem Strand von Övelgönne. Im Zuge der Arbeiten sollen unter anderem ein Hafenbecken zugeschüttet und eine 100 Jahre alte Pappel-Allee am Bubendey-Ufer gerodet werden.

Nachgebesserte Pläne reichen Kritikern nicht

Zwar haben die Behörden die ursprünglichen Pläne von 2011 noch einmal nachgebessert und sich zu einem besseren Lärm- und Umweltschutz verpflichtet. Doch auch die neuen Pläne reichen Umweltschützern und Anwohnern nicht. Viele Kritiker der Westerweiterung bezweifeln generell, dass der Hafenausbau überhaupt notwendig ist - und sprechen von drohenden Gesundheitsschäden und der Zerstörung von Natur.

NABU: Pläne sind rechtswidrig

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Die Grafik der Hafenbehörde zeigt die geplante Terminal-Fläche (orange) und den größeren Drehkreis für Containerschiffe (rechts oben).

Nach Ansicht des NABU würde die Hafenerweiterung den Zustand der Elbe verschlechtern. Alexander Porschke, Chef des Landesverbands Hamburg, sagte, die Planungen verstießen massiv gegen die EU-Wasserrahmenrichtlinie und seien rechtswidrig. Offenbar habe die Stadt nichts aus dem Streit um die Elbvertiefung gelernt. Die Behörden wollen die neuen Einwendungen nun sichten. Der Zeitplan für die geplante Westerweiterung ist zurzeit offen. Zuletzt war von einem Baubeginn im Jahr 2016 die Rede. Nach dem aktuellen Wirtschaftsplan der Hafenverwaltung Hamburg Port Authorithy (HPA) ist für die Westerweiterung nun erst ab 2018 Geld eingeplant.

Schon 170 Millionen Euro ausgegeben

Die HPA plant die Westerweiterung bereits seit den 1990er-Jahren. Als die Hamburgische Bürgerschaft 2007 - noch vor der großen Schifffahrtskrise - für die Pläne stimmte, hieß es von Experten, der Container-Umschlag im Hamburger Hafen werde bis zum Jahr 2015 auf 18 Millionen Standardcontainer steigen. Bislang sind es knapp zehn Millionen. Auch der Eurogate-Container-Terminal, der bei der Westerweiterung ausgebaut werden soll, ist gerade mal zur Hälfte ausgelastet. Stadt und Hafenbehörde halten aber eisern an ihren Plänen fest. 2013 scheiterten die Grünen mit ihrem Antrag in der Bürgerschaft, auf die Westerweiterung "bis auf Weiteres zu verzichten".

Für die Umsiedlung von zwei Unternehmen am Bubendey-Ufer hat die Stadt schon 138 Millionen ausgegeben, für die Kampfmittelräumung und Vorarbeiten wurden bereits 28 Millionen Euro fällig.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 24.02.2015 | 07:00 Uhr

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