Stand: 17.08.2013 17:40 Uhr

"Wir wollen und müssen in Hamburg bleiben"

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Paragraph 23: Mit großen Schildern fordern die Demonstranten, dass Hamburg für sie den Ausnahme-Paragraphen gelten lässt.

In Hamburg sind am Sonnabend etwa 2.500 Menschen auf die Straße gegangen, um für etwa 300 afrikanische Flüchtlinge ein Bleiberecht zu fordern. Wie NDR 90,3 berichtete, gab es zunächst eine Kundgebung am Hauptbahnhof. Im Anschluss zogen die Demonstranten durch die Innenstadt. "Wir haben keine andere Option, wir wollen und müssen in Hamburg bleiben", sagte ein Sprecher der von der Abschiebung bedrohten Gruppe.

Viele hielten als Aufforderung an die Verantwortlichen der Stadt Schilder mit der Aufschrift "Paragraph 23" in die Höhe. Diese besondere Bestimmung im Ausländerrecht ermöglicht es, Flüchtlingen das Bleiberecht zu erteilen, wenn sie als homogene Gruppe gelten. Der Senat lehnt dies bislang ab.

Seit Monaten harren die Flüchtlinge der Dinge

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Die Demonstration lief unter der Überschrift "Lampedusa in Hamburg - Wir kämpfen für unser Recht".

Unter anderem unterstützten Vertreter von Gewerkschaften, Kirchen und Parteien das Anliegen der afrikanischen Flüchtlinge. Die Männer waren während des Libyen-Krieges zunächst auf die italienische Insel Lampedusa geflüchtet. Als die Flüchtlingslager geschlossen wurden, kamen sie im März dieses Jahres nach Hamburg. Seitdem harren sie in der Hansestadt der Dinge. Einige leben in einer evangelischen Kirche im Stadtteil St. Pauli, andere in Moscheen, Privatunterkünften - oder auf der Straße.

In Abstimmung mit der Hamburger Kundgebung hatten auch in Berlin am Sonnabend Flüchtlinge zu einer Demonstration aufgerufen.

Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | 90,3 Aktuell | 17.08.2013 | 17:00 Uhr

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