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Asbestgefahr: Hamburg sperrt mehr als 100 Sporthallen

Die wegen Asbest-Gefahr gesperrte Turnhalle © dpa Fotograf: Kay Nietfeld
große Bildversion anzeigen Eine wegen Asbestgefahr gesperrte Hamburger Sporthalle.

In Hamburg sind nach einem Asbestfund am Mittwoch mehr als 100 Sporthallen vorsorglich gesperrt worden. Wie Schulsenatorin Christa Goetsch (GAL) mitteilte, war in der Peter-Petersen-Schule im Stadtteil Wellingsbüttel bei Luftmessungen in zwei Turnhallen festgestellt worden, dass der zulässige Höchstwert von 1.000 Asbestfasern pro Kubikmeter Raumluft fast um das Doppelte überschritten wurde. Arbeiter fanden das gesundheitsschädliche Material bei Sanierungsarbeiten in der Heizungsanlage der Halle. Um einer Gefährdung der Schüler durch Asbestfasern in der Luft vorzubeugen, wurden NDR 90,3 zufolge weitere 105 Turnhallen geschlossen, die mit einer ähnlichen Heizungsanlage wie die Peter-Petersen-Schule ausgestattet sind.

Hier finden Sie die komplette Liste aller geschlossenen Turnhallen (PDF-Datei).

Sportunterricht fällt zunächst aus

Die Schulbehörde betont, dass es sich um eine reine Vorsorgemaßnahme handelt. In den kommenden Wochen werde dem Verdacht bei jeder einzelnen Halle nachgegangen. "Der Sportunterricht wird erst mal ausfallen", sagte Goetsch NDR 90,3. Als Alternative könnte er bei schönem Wetter draußen stattfinden.

Bereits Ende Juli Asbest festgestellt

Wie NDR 90,3 am Donnerstag berichtete, räumte Goetsch ein, dass das Asbestmaterial an der Heizungsanlage bereits Ende Juli erstmals entdeckt wurde. Warum es dennoch vier Wochen dauerte, bis die Hallen geschlossen wurden, ist unklar. Laut NDR 90,3 sollen nun alle Personen ermittelt werden, die in dem 1972 erbauten Wellingsbütteler Gebäude Sport getrieben oder gearbeitet haben. Darunter sind ehemalige Schüler, Lehrer und Vereinsmitglieder aber auch Reinigungskräfte und Hausmeister. Der Leiter des Arbeitsmedizinischen Dienstes, Michael Peschke, sagte 90,3, dass es für die Betroffenen keine akute Gesundheitsgefährdung gebe. Allerdings würden die Folgen frühestens nach 20 Jahren auftreten.

Keine akute Gefährdung der Schüler

Die Wellingsbütteler Schulleiterin Ute Pape betonte ebenfalls, dass es keine akute Gefährdung der Schüler gegeben habe, da die Heizung in den Sommermonaten ausgeschaltet gewesen sei. "Eltern und Lehrer sind bereits informiert und im neuen Schuljahr hat noch kein Schüler die Halle betreten", erklärte Pape. Die Überprüfung der Hallen kann bis zu den Herbstferien dauern. Zusammen mit der Gesundheitsbehörde verteilt die Schulbehörde Informationsmaterial an die Betroffenen.

Welche Kosten für die Stadt Hamburg entstehen, ist derzeit noch offen, da noch nicht endgültig feststeht, wie viele Hallen insgesamt erhöhte Asbestwerte aufweisen.

Stand: 03.09.2009 07:43
Fahne von Hamburg. © Fotolia.com Fotograf: Jürgen Priewe
Hamburg

Asbest-Verdacht: Liste betroffener Schulen

Um einer möglichen Verseuchung mit Asbestfasern nachzugehen, hat die Hamburger Schulbehörde eine große Zahl von Sporthallen vorsorglich geschlossen. Eine Liste mit 105 der 124 der betroffenen Hallen als PDF-Dokument.

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