Stand: 14.01.2016 19:31 Uhr

Zwei Millionen Euro für leere Container

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In Lemsahl-Mellingstedt können bereits bezugsfertige Container für 500 Flüchtlinge nicht bezogen werden

Das Geld ist weg und Container stehen leer: Für Wohncontainer, die nicht von Flüchtlingen bezogen werden können, hat Hamburg im vergangenen Monat mehr als zwei Millionen Euro ausgegeben. Das geht aus der Antwort des Senats auf eine Anfrage der Hamburger CDU hervor, wie NDR 90,3 berichtete.

Wer kommt für den Schaden auf?

In Lurup konnten 900 Menschen nicht in Wohncontainer einziehen, weil diese Brandschutzbestimmungen nicht erfüllten. Bis Ende März muss nachgebessert werden. Bis dahin zahlt die Stadt monatlich mehr als eine halbe Million Euro Miete an den niederländischen Lieferanten. Wer für den Schaden aufkommt, steht noch nicht fest.

In Stellingen konnten 272 Container erst verspätet bezogen werden, weil auch hier Brandschutzzertifikate fehlten. Zudem mussten Wasserleitungen von Legionellen-Bakterien gereinigt werden. Bereits bezugsfertige Container für 500 Flüchtlinge in Lehmsahl-Mellingstedt können nicht bezogen werden, weil Anwohner dagegen vor dem Verwaltungsgericht klagen.

CDU kritisiert Missmanagement

Karin Prien, flüchtlingspolitische Sprecherin der CDU, kritisierte das Missmanagement bei der Unterbringung und Versorgung von Flüchtlingen. Der Senat müsse die Kontrolle für Ausgaben im Bereich Unterkunft und Versorgung von Flüchtlingen professionalisieren und die Kosten in den Griff bekommen.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 14.01.2016 | 19:00 Uhr

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