Stand: 29.07.2015 08:38 Uhr

Zu wenig Schulplätze für Flüchtlingskinder?

Die Hamburger Schulbehörde und die Opposition streiten über den Bedarf an Schulplätzen für Flüchtlinge. Die FDP wirft dem Schulsenator vor, nicht ausreichend auf die Ankunft weiterer schulpflichtiger Kinder vorbereitet zu sein. Die Schulbehörde weist den Vorwurf zurück.

FDP fordert weitere Extra-Klassen

Die Zahl der Kinder und Jugendlichen, die nach Hamburg geflüchtet sind, ist von April bis Ende Juni von 3.000 auf fast 5.500 gestiegen. Allein in den Zentralen Erstaufnahmen hat sich die Zahl der schulpflichtigen Flüchtlinge innerhalb von drei Monaten sogar nahezu verdoppelt - auf fast 1.100, wie NDR 90,3 berichtete. Die FDP-Bildungsexpertin Anna von Treuenfels fordert mehr Extra-Kurse an Hamburgs Schulen. Sie befürchtet, dass die Neuankömmlinge nach den Ferien die bestehenden 153 Vorbereitungskurse sprengen. Sinnvoller Unterricht sei aber nur in kleinen Gruppen möglich, sagte von Treuenfels. Derzeit plant die Schulbehörde nur 15 neue Klassen. 

Schulbehörde sieht keine Probleme

Die Schulbehörde sieht die Lage nicht so dramatisch. Sollte die Zahl der Flüchtlingskinder tatsächlich steigen, werde man reagieren, verspricht Behördensprecher Peter Albrecht. Ohnehin würden viele Kinder in die normalen Klassen der nahegelegenen Schulen wechseln, wenn sie ausreichend Deutsch gelernt haben. Dadurch würden immer wieder neue Plätze in den Vorbereitungskursen frei.

Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 29.07.2015 | 08:00 Uhr