Stand: 13.07.2015 10:59 Uhr

Zu viel Leerlauf vor den Schulferien?

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Zu wenig Unterricht vor den Ferien? Die Hamburger Bildungspolitikerin Mareile Kirsch spricht von einem Ungleichgewicht.

Die Zeugnisse stehen fest, am Donnerstag beginnen in Hamburg die Ferien. Das Tempo an den Schulen ist durch Ausflüge, Filme gucken oder Sportveranstaltungen bereits jetzt deutlich gedrosselt - was nicht allen Bildungsexperten gefällt. In den letzten Wochen vor der Zeugnisausgabe werde in vielen Schulen "faktisch kaum noch unterrichtet", kritisiert etwa Mareile Kirsch, die sich in Hamburg für das Abitur nach 13 Jahren einsetzt.

"Da ist ein Ungleichgewicht"

Dabei stünden die Schüler während des restlichen Schuljahres enorm unter Druck, sagte Kirsch der Nachrichtenagentur dpa. Teilweise müssten mehrere Klausuren innerhalb einer Woche geschrieben werden. "Vertiefendes Lernen ist nicht möglich. Da ist ein Ungleichgewicht."

"Das ist kein Unsinn"

Die Vorsitzende der Bildungsgewerkschaft GEW in Hamburg, Anja Bensinger-Stolze, widerspricht den Vorwürfen. Gerade vor den großen Ferien seien Formen des "sozialen Lernens", wie unterrichtsbezogene Ausflüge oder Projektwochen, angebracht. Dass Schüler und Lehrer die letzten Wochen vor den Ferien vertrödeln, könne sie nicht erkennen. Ihr Kollege vom schleswig-holsteinischen Landesverband, Bernd Schauer, sieht das ähnlich: Projektwochen, Ausflüge oder soziale Tage seien "kein Unsinn, sondern durchaus vernünftig". Für solche Aktionen bleibe im Rest des Schuljahrs leider meist keine Zeit. Der Zeitraum nach der Notenvergabe sei deshalb eine gute Lösung.

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In dieser Woche bekommen rund 240.000 Schüler in Hamburg ihre Zeugnisse.

"Sinnvolles Spielen ist nicht Rumdaddeln und Zeitverschwendung", sagt Miriam Colombo aus dem Vorstand der Elternkammer Hamburg. Zum Schuljahresende sei Zeit für Dinge, zu denen Lehrer und Schüler sonst nicht kämen. Jedoch sollten Sinn und Ertrag dieser Unternehmungen hinterfragt werden.

Schulbehörde fordert Unterrichtsbezug

Ein Sprecher der Hamburger Schulbehörde sagte, man heiße es nicht gut, wenn im Unterricht nur noch "eine Art von Betreuung" stattfinde. Filme und Ausflüge müssten in Bezug zum Unterricht stehen und anschließend in der Klasse besprochen werden.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 13.07.2015 | 10:00 Uhr