Stand: 02.08.2015 12:54 Uhr

Zehntausende feiern Christopher Street Day

In Hamburg haben Zehntausende mit der Parade zum Christopher Street Day (CSD) am Sonnabend für mehr Gleichberechtigung von Homosexuellen und Toleranz geworben. Die meist bunt und schrill verkleideten Menschen zogen von St. Georg zum Jungfernstieg. Laut Polizei nahmen rund 12.000 Menschen an der Parade teil, mehr als 90.000 kamen zum Zuschauen. Regenbogenfarben schmückten nicht nur Flaggen, sondern auch die Gesichter vieler Besucher. Der Umzug war der Höhepunkt der Pride Week.

Teilnehmer des 35. Christopher-Street-Days © dpa Fotograf: Daniel Bockwoldt

Besucher aus aller Welt beim CSD

Hamburg Journal -

Seit einer Woche steht Hamburg im Zeichen der Regenbogenflagge. Zur Parade anlässlich des Christopher Street Days am Sonnabend kamen Besucher aus aller Welt nach Hamburg.

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Bessere Aufklärung an Schulen gefordert

Unter dem Motto "Akzeptanz ist schulreif" forderten die Teilnehmer unter anderem eine bessere Aufklärung über sexuelle Vielfalt im Schulunterricht. Man wolle erreichen, dass die Vielfalt von Lebensformen und sexuellen Identitäten zu einem selbstverständlichen Bestandteil der Bildungspläne in Deutschland werde, sagte Stefan Mielchen. Er ist Vorsitzender von Hamburg Pride e.V., dem Veranstalter der Parade. Auch Travestiekünstlerin Olivia Jones nahm am Umzug teil. "Das Motto ist super", sagte sie. Gleichgeschlechtliche Liebe sei normal, das müsse man auch Kindern vermitteln.

Die Veranstalter von Hamburg Pride e. V. fordern auch die Öffnung der Ehe und das volle Adoptionsrecht für gleichgeschlechtliche Paare. Deutschland sei im Vergleich zu anderen europäischen Ländern noch nicht so weit, besonders was die Öffnung der Ehe für alle angehe, sagte Katharina Fegebank von den Grünen. Hamburgs Zweite Bürgermeisterin und Gleichberechtigungssenatorin nahm als Schirmherrin ebenfalls an der Parade teil. Sie sagte, es gelte weiter zu kämpfen, "damit gleiche Liebe auch gleiche Rechte erhält". Im Mai hatte Irland die gleichgeschlechtliche Ehe eingeführt. Im Juni zogen die USA mit einem Urteil des obersten Gerichts nach.

Erinnerung an Straßenschlacht in New York 1969

Der CSD steht weltweit für das Selbstbewusstsein der Homosexuellen und ihren Widerstand gegen Diskriminierung. Er wird jedes Jahr im Sommer mit Paraden, Demonstrationen und Festen jeglicher Art gefeiert. Die Aktionen gehen auf Vorfälle am 28. Juni 1969 in New York zurück. Nach einer Razzia der Polizei in einer Szenebar kam es damals zum Aufstand von Schwulen und Lesben mit Straßenschlachten in der Christopher Street. Bereits seit 1980 gehen Lesben und Schwule in Hamburg beim CSD für ihre Rechte auf die Straße.

 

Weitere Informationen

35 Jahre CSD in Hamburg - Party und Politik

In Hamburg wird am Sonnabend wieder der Christopher Street Day gefeiert. Seit 1980 demonstrieren Schwule und Lesben in der Hansestadt für Akzeptanz und Toleranz - ohne den Spaß zu vergessen. mehr

Dieses Thema im Programm:

Hamburg Journal | 01.08.2015 | 19:30 Uhr