Stand: 06.10.2017 11:54 Uhr

"Xavier": U- und S-Bahnverkehr normalisiert

Der U- und S-Bahnverkehr in Hamburg hat sich nach Sturmtief "Xavier" wieder normalisiert. Seit Betriebsbeginn fahren alle U-Bahnzüge planmäßig, wie eine Hochbahn-Sprecherin mitteilte. Probleme gebe es noch auf der Strecke der S21 zwischen Bergedorf und Aumühle sowie bei der S3 zwischen Neugraben und Stade, sagte ein Bahn-Sprecher. Auf diesem Streckenabschnitt setzt die Bahn derzeit einen Personenzug im Pendelverkehr ein, der von einer Diesellok gezogen wird. Die Oberleitungen werden noch repariert.

Weiter Zugausfälle bei Bahn und Metronom

Auf den Fernstrecken der Bahn müssen Reisende und Pendler immer noch mit Zugausfällen, erheblichen Verspätungen und langen Wartezeiten an Bahnhöfen rechnen. Die Strecken zwischen Hamburg-Berlin, Hamburg-Kiel-Westerland, Hannover-Hamburg sowie Dortmund-Hamburg sind noch immer gesperrt. "Wir konnten in der Nacht nicht alle Oberleitungen und Schieneninfrastrukturen reparieren", sagte ein Bahn-Sprecher Freitagmorgen. Auch weite Teile des Metronom-Streckennetzes sind noch nicht wieder befahrbar. In der Nacht zu Freitag saßen Hunderte Passagiere Hamburgs Bahnhöfen fest. Die Bahn stellte für gestrandete Kunden Personenzüge zum Übernachten bereit. Die mussten sie allerdings morgens um 6 Uhr wieder verlassen.

Menschen stehen am Morgen am Informationsschalter des Hamburger Hauptbahnhofs Schlange  Fotograf: Anna Rüter

Hamburg nach Sturmtief "Xavier"

NDR 90,3 - NDR 90,3 Aktuell -

Nach Sturmtief "Xavier" kommt es bei Zügen, S- und U-Bahnen in Hamburg weiter zu Verspätungen. Viele Menschen waren am Hamburger Hauptbahnhof gestrandet.

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Mehr als 1.300 Feuerwehreinsätze

Die Feuerwehr rückte bis in den Morgen hinein zu mehr als 1.300 Einsätzen aus, darunter viele vollgelaufene Keller. Die Polizei war mit mehr als 100 Unfällen im Stadtgebiet und auf den Autobahnen beschäftigt.

Eine Frau kam ums Leben

In Horn kam am Donnerstag eine 54-jährige Beifahrerin ums Leben, als ein Baum auf ihr Auto stürzte. Die 56-jährige Fahrerin des Wagens konnte schwer verletzt gerettet werden, wie eine Polizeisprecherin sagte. Mindestens zehn Menschen wurden bei dem Unwetter zum Teil schwer verletzt. Nach Einschätzung der Meteorologen vom Deutschen Wetterdienst (DWD) erreichten die Böen in der Hansestadt Windstärke 11.

Im ganzen Stadtgebiet fielen Bäume um. In Eidelstedt wurde in der Pinneberger Chaussee eine Autofahrerin durch einen umgefallenen Baum in ihrem Wagen eingeklemmt. In der Knoopstraße in Harburg wurden zwei Fußgänger von umstürzenden Bäumen verletzt. In der Elbchaussee blockierten ebenfalls Bäume die Fahrbahn. Eine Autofahrerin kam mit dem Schrecken davon, als der Baum auf die Motorhaube ihres Wagens fiel. An der Esplanade am Stephansplatz ist ein großer Baum vor dem Casino umgekippt. Auch in Niendorf blockierten Bäume Straßen.

Seehund auf dem Moorfleeter Deich entdeckt

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"Stormy" rettete sich vor dem Sturmtief an Land.

Ein etwa fünf bis sechs Monate alter Seehund rettete sich vor "Xavier" aus der Dove-Elbe im Süden Hamburgs an Land. Das Jungtier robbte auf den Moorfleeter Deich, wo ihn Passanten aufsammelten und Jagdreviermeister Olaf Nieß informierten. Der Seehund war unverletzt und konnte sich in einem beheizten Raum erholen. Die Beteiligten der Rettungsaktion tauften den 70 bis 80 Zentimeter langen Seehund auf den Namen "Stormy". Demnächst soll er in die Seehundaufzuchtstation in Friedrichskoog umziehen, wie Nieß im Gespräch mit NDR 90,3 erklärte.

Verspätungen am Flughafen

Am Flughafen kam es wegen des Sturms zu vereinzelten Verspätungen bei den Flügen beziehungsweise bei der Abfertigung. Im Hafen riss sich das Eventschiff "MS Stubnitz" von der Kaimauer los. Ein Schlepper fing das Schiff wieder ein.

Angesichts der Stärke und des Ausmaßes des Sturms hatte die Feuerwehr am Donnerstagmittag zu einer ungewöhnlichen Maßnahme gegriffen: Sie forderte die Bevölkerung der Hansestadt auf, nicht rauszugehen. "Warnung für Hamburg. Halten Sie sich aktuell nicht im Freien auf, bleiben Sie im geschützten Bereich", twitterte die Feuerwehr. Eine solche Warnung sei das erste Mal für das gesamte Stadtgebiet erfolgt, sagte ein Sprecher. Am späten Nachmittag wurde die Warnung aufgehoben.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 06.10.2017 | 12:00 Uhr

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