Stand: 14.02.2017 10:44 Uhr

Wieder Warnstreik im öffentlichen Dienst

Mehrere Hundert Menschen haben sich am Dienstag an einem neuen Warnstreik des öffentlichen Diensts in Hamburg beteiligt. Die Gewerkschaften sprachen von 1.000 Teilnehmern, die durch die Innenstadt zu einer Kundgebung am Gewerkschaftshaus zogen. Ver.di und GEW hatten Mitarbeiter des Sozial- und Erziehungsdienstes, darunter Sozialpädagogen, Erzieher, Heilpädagogen und sozialpädagogische Assistenten zu dem Ausstand aufgerufen. Die Aktion ist Teil einer bundesweiten Warnstreikwelle. Bereits in der vergangenen Woche und in der Woche davor hatte es Aktionen in Hamburg gegeben, an denen sich insgesamt mehrere Tausend Beschäftigte des öffentlichen Diensts beteiligt hatten.

Forderung: Sechs Prozent mehr Lohn

Die Gewerkschaften wollen gemeinsam Druck machen, um ihre Forderung nach sechs Prozent mehr Lohn und Gehalt durchzusetzen. Zudem sollen unter anderem sachgrundlose Befristungen abgeschafft werden und es soll eine verbindliche Übernahmeregelung für Auszubildende vereinbart werden. Die Arbeitgeberseite, die Tarifgemeinschaft deutscher Länder, hatte wiederholt deutlich gemacht, dass sie die Gewerkschaftsforderung für viel zu hoch hält. Ein Angebot der Arbeitgeber gibt es trotz zweier Verhandlungsrunden noch nicht. Die dritte und vorerst letzte Verhandlungsrunde ist vom 16. bis 18. Februar in Potsdam geplant.

Die Forderungen im aktuellen Tarifkonflikt

Die Gewerkschaften im öffentlichen Dienst fordern in der Tarifrunde 2017 insgesamt sechs Prozent mehr Lohn. Auszubildende und Praktikanten sollen eine monatliche Erhöhung von 90 Euro erhalten. Außerdem verlangt die Arbeitnehmerseite strukturelle Verbesserungen im Tarifvertrag. So sollen die "sachgrundlosen Befristungen" von Arbeitsverträgen abgeschafft sowie eine verbindliche Übernahmeregelung für Auszubildende vereinbart werden. Bei den Verhandlungen geht es zunächst um die Entgelte von rund einer Million Angestellten der Länder.

Die rund 28.000 Tarifbeschäftigten des öffentlichen Diensts in Hamburg teilen sich nach Gewerkschaftsangaben etwa 25.000 Vollzeitstellen. Darüber hinaus gehörten zum öffentlichen Dienst der Hansestadt rund 40.000 Beamte - etwa Lehrer, Feuerwehrleute oder Polizisten -, die sich 35 000 Vollzeitstellen teilten. Beamte dürfen nicht streiken. Gleichwohl sind sie nach GdP-Angaben direkt von den Tarifverhandlungen betroffen, da ein möglicher Abschluss auch auf sie übertragen werden soll.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 14.02.2017 | 11:00 Uhr

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