Stand: 23.06.2015 17:45 Uhr

Weniger Radwege erneuert als geplant

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Am Baumwall gibt es schon neue Radwege, aber insgesamt hängt der Senat seinen Plänen hinterher.

Der Hamburger Senat hat am Dienstag einen Zwischenbericht zur Umsetzung seiner Radverkehrsstrategie vorgestellt. Demnach rechnet die Verkehrsbehörde frühestens 2017 damit, wie geplant jedes Jahr 50 Kilometer Radwege zu sanieren oder neu zu bauen. So war es im Koalitionsvertrag mit den Grünen vereinbart worden. Planung, Bürgerbeteiligung und der Bau selbst kosteten so viel Zeit, "dass wir davon ausgehen, dass wir im dritten Jahr dieses dauerhafte Niveau von 50 Kilometern erreichen werden", sagte Verkehrsstaatsrat Andreas Rieckhof (SPD).

Verkehrssenator will eine "Schippe obendrauf legen"

Bereits 2008 hatte die damalige schwarz-grüne Koalition eine Radverkehrsstrategie entwickelt, die seither weiter fortgeführt wurde. Seitdem sind für gut 39 Millionen Euro insgesamt etwa 113,5 Kilometer Radwege neu asphaltiert oder angelegt worden. Im vergangenen Jahr waren es in der ganzen Stadt nur 23,5 Kilometer Fahrradwege - nicht die im Koaltionsvertrag vereinbarten 50 Kilometer. "Nach allen Anstrengungen in den letzten vier Jahren werden wir jetzt noch eine Schippe obendrauf legen", sagte Verkehrssenator Frank Horch (parteilos) am Dienstag. Er betonte aber auch, den Autoverkehr nicht zugunsten der Radfahrer zurückdrängen zu wollen.

Opposition ist unzufrieden

Bislang endet in Hamburg so mancher Radweg im Nichts, und gerade an viel genutzten U- und S-Bahnhöfen fehlen ausreichend Abstellmöglichkeiten für die Räder. "Und solange das Parken auf Radstreifen und das Anhupen und Wegdrängeln von Radfahrenden auf der Straße als Kavaliersdelikte gelten, wird sich wenig ändern", kritisierte Heike Sudmann (Linke).

Aus Sicht der Opposition gefährdet der rot-grüne Senat durch seine Politik die Radfahrer mehr als ihnen zu nützen. "Wenn der Senat jetzt Fahrradstreifen auf die Hauptverkehrsachsen verlegen will, ist das gegen jede Vernunft und gefährdet die Verkehrsteilnehmer", sagte etwa Dennis Thering (CDU).

Mehr Geld für die Leihräder

Horch kündigte unterdessen an, das städtische Leihradsystem mit bisher mehr als 130 Stationen weiter ausbauen zu wollen. So soll es künftig unter anderem auch in Farmsen, Klein-Flottbek und Langenhorn StadtRAD-Stationen geben. Bisher gab es für die roten Leihräder zwei Millionen Euro pro Jahr, nun sollen es 300.000 Euro mehr im Jahr sein.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 Aktuell | 23.06.2015 | 17:00 Uhr