Stand: 03.06.2015 17:25 Uhr

Welthafenkonferenz: Wie sparen Häfen Energie?

Die Häfen in aller Welt könnten durch Modernisierungen einen Großteil ihrer Energie einsparen. Das ist ein Ergebnis der Welthafenkonferenz, die in dieser Woche im Hamburger CCH tagt.

Prozessoptimierung bringt viel

Es sind oft nicht die großen und teuren Vorhaben, die besonders viel Einsparungen bringen, sondern manchmal eher die kleinen und naheliegenden. Jahrzehntelang etwa wurden die großen Containerbrücken so eingesetzt, dass zunächst nur Container ent- und später wieder beladen wurden. Die Hamburger Hafen und Logistik AG (HHLA) hat das beispielsweise in Altenwerder umgestellt. Hier nimmt der Kran auf dem Hinweg zum Schiff einen Conatiner mit und auch auf dem Rückweg an Land. Die Energieeinsparung von etwa einem Drittel hat alle überrascht, so Manager Henning Kinkhorst: "So große Einsparungen hatten wir nicht erwartet, weil es ja eigentlich nur eine Prozessoptimierung ist. Großartige Veränderungen erhofft man sich ja sonst nur, wenn man Geld investiert."

Durch Elektrofahrzeuge und LEDs in den Lampen innerhalb des Hafens lässt sich bis zur Hälfte der Energie einsparen, sagte Gun Rudeberg, die Umweltbeauftragte des Stockholmer Hafens.

Finanzielle Anreize für umweltfreundliche Treibstoffe?

Umstritten ist, inwieweit finanzielle Anreize Reedereien dazu bewegen, umweltfreundliche Treibstoffe einzusetzen. Eine Abstimmung unter den Hafenmanagern bei der Welthafenkonferenz ergab dabei kein eindeutiges Ergebnis. Anjes Tjarks, Fraktionschef der Hamburger Grünen, spricht sich für ein zweistufiges Vorgehen aus: "Man kann mit finanziellen Anreizen starten, aber am Ende des Tages muss man zu gesetzlichen Regelungen kommen,damit bestimmte Dinge besser werden."

Verdächtiger Koffer sorgt für Aufregung

Die Welthafenkonferenz musste am Mittwochnachmittag aus Sicherheitsgründen unterbrochen werden, weil im CCH ein verdächtiger Koffer gefunden wurde. Mit einem Großaufgebot sperrte die Polizei das Areal für rund eine halbe Stunde ab, die Teilnehmer der Konferenz mussten das Gebäude verlassen. In dem verdächtigen Koffer befanden sich laut Polizei allerdings nur Kleidungsstücke, wie NDR 90,3 berichtete.

Die rund 900 Vertreter von Hafenbehörden, Verbänden und Unternehmen diskutieren noch bis Freitag in Hamburg über die Zukunft der Schifffahrt.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 03.06.2015 | 17:00 Uhr