Stand: 19.03.2016 08:31 Uhr

Wegen Morddrohung: Mann muss Strafe zahlen

Im Prozess um eine Morddrohung an eine Jugendamtsmitarbeiterin muss ein 23-jähriger Mann eine Geldstrafe von 600 Euro zahlen. Das hat das Harburger Amtsgericht am Freitag entschieden. "Es kommt nicht darauf an, wie ernst Sie die Drohung gemeint haben, sondern ob sie ernst genommen werden sollte", sagte der Amtsrichter. Tatsächlich hatte sich die Sachbearbeiterin des Jugendamtes von dem Angeklagten bedroht gefühlt.

Jugendamt suchte Gespräch mit Familie

Der Mann hatte seine Schwester und seine Mutter aufs Jugendamt begleitet. Dort sollte es ein Gespräch über seine kleine Nichte geben. Seine Schwester, die Mutter des Mädchens, hatte das Kind immer wieder bei der Oma gelassen. Diese ist aber polizeibekannt: Die Frau saß schon mal im Gefängnis, in ihrer Wohnung wurden Drogen gefunden, und sie hatte ihre Enkelin einmal vor einer Spielhalle warten lassen, während sie drinnen spielte. Die Sachbearbeiterin des Jugendamtes wollte daher mit der Familie sprechen.

"Du bist tot, ich bringe dich um"

Als sie das Thema ansprach, zog er ein Bündel Geldscheine aus der Tasche und drohte der Frau: "Was meinst du, wie du aussiehst, wenn ich das Geld in Steilshoop auf den Tisch lege" und "Du bist tot. Ich bringe dich um". Solch eine Drohung sei ein starkes Stück, sagte der Staatsanwalt, "auch wenn wir davon ausgehen, dass die Tat nicht umgesetzt wird". Das, was er gesagt hat, bereut der Mann offenbar nicht. Die Jugendamtsmitarbeiterin sagte vor Gericht, sie sei sehr verängstigt gewesen. Er aber sagte, so schlimm sei es schon nicht gewesen. Die Sachbearbeiterin hat den Fall inzwischen abgegeben. Seit dem Vorfall ist nicht nur das Jugendamt, sondern auch das Familiengericht involviert.

Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 19.03.2016 | 06:00 Uhr