Stand: 29.09.2017 05:00 Uhr

Was Sie noch nicht über den Gänsemarkt wussten

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Der Gänsemarkt in Hamburg noch mit Straßenbahn und Pferdekutschen, undatierte Schwarz-Weiß-Aufnahme.

Seit 1970 halten unter dem Gänsemarkt die U-Bahn-Züge der Linie U2. 1986 wurde der Platz erneut umgestaltet, nachdem die Straßenbahnen ihren Dienst eingestellt hatten. Im Jahr 2017 ist der Gänsemarkt mal wieder "fertig". Bis zur nächsten Umgestaltung.

Keine Gänse weit und breit

Auf dem Hamburger Gänsemarkt wurden nie Gänse verkauft - anders als es der Name vermuten lässt. Aus dem einfachen Grund, weil es auf dem Gänsemarkt kein Marktrecht gab. Allenfalls wurden hier die Gänse zusammengetrieben, die auf den Wiesen außerhalb der Stadt weideten. Das war im 17. Jahrhundert.

Das Lessing-Denkmal am Gänsemarkt in Hamburg.

Entdeckungen rund um den neuen Gänsemarkt

Nordtour -

Hamburger und Hamburg-Besucher schätzen den neu gepflasterten Gänsemarkt. Auch die Umgebung hat sich verwandelt - hier gibt es ungewöhnliche Läden, Bars und Brasserien.

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350 Jahre täglich Brot

Andreas Heinike war der erste Bäcker auf dem Gänsemarkt. Um das Jahr 1650 herum kaufte er das Grundstück Gänsemarkt 44. Heute befindet sich dort immer noch eine Bäckerei. Seit mehr als 350 Jahren kaufen die Hamburg hier also ihr Brot. Das Gebäude, in dem sich die heutige Backstube befindet, wurde 1914 gebaut. Es steht bis heute.

Deutschlands erstes Opernhaus

Am Gänsemarkt eröffnet 1678 das erste deutsche Opernhaus, unweit von der heutigen Staatsoper Hamburg. Mit 2.000 Plätzen war das Haus eine der größten Spielstätten seiner Zeit und entwickelte sich rasch zu einem Zentrum der deutschen Barockmusik. 1703 kommt Georg Friedrich Händel aus Halle nach Hamburg. Ein Jahr später legt sich der Komponist Johann Mattheson mit Händel an, worauf die beiden ihre Streitigkeiten mit handfesten Argumenten austragen. Der Degen Matthesons gleitet jedoch von einem Knopf an Händels Mantel ab. Beide blieben unverletzt. Alles nur Theater - auf dem Hamburger Gänsemarkt.

Die andere Herbertstraße

Rund um den Gänsemarkt war schon immer ein lustiges, manchmal auch lustvolles Treiben. In einer Seitenstraße, dem Kalkhof, befand sich im 19. Jahrhundert ein geschlossener Bordellbezirk. Eben dort war es auch, wo der dänische König Frederick VIII. im Jahr 1912 einem Herzschlag erlag. Der europäische Hofklatsch wusste zu berichten, dass der Monarch in einem Freudenhaus verschieden war.

Hamburgs Zeitungsviertel

Ende der 1920er-Jahre residierten rund um den Gänsemarkt fast alle großen Tageszeitungen: der liberale "Hamburger Anzeiger", das "Hamburger Fremdenblatt", das sozialdemokratische "Hamburger Echo" und die kommunistische "Hamburger Volkszeitung". Außerdem das "8-Uhr Abendblatt" und die "Hamburger Neuesten Nachrichten".

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 29.09.2017 | 15:00 Uhr

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