Stand: 15.08.2017 21:55 Uhr

Verschärfte Regeln für den Umgang mit Drohnen

Wer in Hamburg eine Drohne fliegen lassen will, muss sich ab dem 1. Oktober auf schärfere Regeln einstellen. Besitzer von mehr als zwei Kilogramm schweren Fluggeräten müssen dann einen sogenannten Drohnenführerschein haben. Darauf wiesen Vertreter der Hamburger Verkehrsbehörde am Dienstag hin. Den Nachweis stellen Institutionen aus, die vom Luftfahrtbundesamt lizenziert werden, wie Carsten Brandt, Chef der Hamburger Luftaufsicht, im Rathaus sagte.

Das Bundesamt listet bislang bundesweit elf Stellen auf, darunter eine in der Hansestadt und eine in Wedel. Bis Oktober dürften es nach Brandts Einschätzung noch mehr Anbieter werden. Außerdem müsse jede Drohnen mit mehr als 250 Gramm Gewicht künftig mit dem Namensschild des Besitzers gekennzeichnet werden. Es gelte aber keine Registrierungspflicht. Brandt kündigte an, dass die Luftaufsicht stichprobenartige Kontrollen durchführen werde.

Bis zu 50.000 Euro Bußgeld

Ein Polizei-Vertreter erklärte, dass Verstöße gegen die Verordnung mit Bußgeldern geahndet oder strafrechtlich verfolgt werden können. Im März sei eine Drohne gegen die Elbphilharmonie geflogen, gegen den Piloten laufe ein strafrechtliches Verfahren, berichtete Andreas Buttmann von der Hamburger Polizei. Eine Drohne, die auf dem Messeturm landete, habe ihrem Führer eine Geldbuße von 400 Euro eingebracht, hinzu kämen die Bergungskosten. Buttmann erklärte, die Zahl der angezeigten Fälle sei von fünf im Jahr 2016 auf bereits 20 in diesem Jahr gestiegen. Ein Bußgeld könne sich auf 50.000 Euro summieren, ergänzte Brandt. Eine Haftpflichtversicherung mit einer Deckungssumme von einer Million Euro sei Pflicht für die Piloten. Die Deutsche Flugsicherung schätzt die Zahl der in Deutschland genutzten Drohnen auf aktuell rund 400.000, Tendenz steigend. Für die Hansestadt gibt es keine Zahlen.

Eine Drohne der Feuerwehr schwebt in der Luft. © NDR

Neue Regeln für ferngesteuerte Drohnen

NDR 90,3 - NDR 90,3 Aktuell -

Ab dem 1. Oktober gelten schärfere Regeln im Umgang mit Drohnen. Besitzer von mehr als zwei Kilogramm schweren Geräten müssen dann etwa einen "Drohnenführerschein" machen.

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Viele Regeln zum Drohnengebrauch

Fast über dem gesamten Hamburger Stadtgebiet dürfen Drohnen nur bis zu einer Höhe von 50 Meter über Grund oder Wasser aufsteigen, außerhalb davon sind es 100 Meter. Wer noch höher hinaus will oder ein Fluggerät mit mehr als fünf Kilo Gewicht steuert, benötigt eine kostenpflichtige Sondererlaubnis. Darüber hinaus erlaubt die Hafenverwaltung HPA Flüge über ihrem Gebiet grundsätzlich nicht, und auch Konsulate sind tabu. Besitzer müssen auch Regelungen unter anderem zur Sichtweite, zum Flugwetter und zu Abständen etwa zu Schiffen auf der Elbe beachten wie die Luftaufsicht ausführte.

An Flughäfen müssen die Piloten einen Abstand von 1,5 Kilometern zum Zaun einhalten. Außerdem verboten ist der Drohnenflug über Menschenansammlungen, Naturschutzgebieten, Einsatzorten von Polizei und Rettungskräften, Industrieanlagen, Hochspannungsleitungen, Autobahnen, Gefängnissen, militärischen Objekten, Behörden und Wohngrundstücken.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 15.08.2017 | 20:00 Uhr

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