Stand: 23.03.2016 18:20 Uhr

Vater schlägt Dealer zusammen - Freispruch

In einem Fall von Selbstjustiz hat das Hamburger Landgericht am Mittwoch einen 42-jährigen Familienvater aus Hamburg-Wilhelmsburg freigesprochen. Der Mann hatte sich im Februar 2013 mit dem Drogendealer seiner Tochter geprügelt.

Der Dealer hatte morgens an der Stadtteilschule Wilhelmsburg gestanden und Haschisch an Schüler verkauft - auch an die Tochter des 42-Jährigen. Er erzählte vor Gericht, dass er versucht habe, das Problem in der Schule anzusprechen - offenbar aber ohne Erfolg. Der Vater nahm die Sache selbst in die Hand und ging zu der Wohnung des Dealers in der Wilhelmsburger Sanitastraße, wo er den arbeitslosen 27-Jährigen zur Rede stellen und auffordern wollte, sich von der Schule und seiner Tochter fernzuhalten. In der Wohnung sei es dann zu einem Gerangel gekommen, bei dem er den jungen Mann aus Notwehr geschlagen habe.

Dealer beschreibt anderen Tathergang

Der Dealer allerdings schilderte die Ereignisse anders. Demnach habe der Vater seine Wohnung betreten und sofort auf ihn eingeprügelt. Vor dem Amtsgericht Harburg war dieser wegen gefährlicher Körperverletzung zu einer Freiheitsstrafe von zehn Monaten auf Bewährung verurteilt worden. Das Landgericht aber sprach ihn jetzt frei, der Dealer sei nicht glaubwürdig. Obwohl mehrere Zeugen von seinen Drogengeschäften berichtet hatten, hatte er nämlich behauptet, noch nie Drogen verkauft zu haben.

Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 23.03.2016 | 18:00 Uhr