Stand: 31.10.2015 17:04 Uhr

Tumulte bei AfD-Demo in Hamburg

Am Rande einer Demonstration des Hamburger Landesverbandes der Alternative für Deutschland (AfD) hat es Tumulte in der Innenstadt gegeben. Vereinzelt kam es zu Rangeleien und Eierwürfen, heftigere gewalttätige Auseinandersetzungen gab es jedoch nicht. Die Situation vor dem Museum für Kunst und Gewerbe war über drei Stunden angespannt, wie NDR 90,3 berichtete. Den etwa 530 Anhängern der AfD standen demnach doppelt so viele Gegendemonstranten gegenüber.

Beschimpfungen aus beiden Lagern

Die Polizei hatte mehrere Hundertschaften in schwerer Ausrüstung im Einsatz, um die beiden Lager zu trennen. Auch Wasserwerfer waren aufgefahren, die jedoch nicht zum Einsatz kamen. Auf der einen Seite befanden sich die AfD-Anhänger, die vielfach Deutschlandfahnen dabei hatten. Auf der anderen teilweise schwarz gekleidete linke Demonstranten, darunter Autonome, Antifa-Gruppen und Gewerkschafter. Beide Seiten beschimpften sich gegenseitig. "Wir sind das Volk"-Rufe der AfD etwa wurden beantwortet mit "Ihr seid das Problem" oder "Halt's Maul" und "Nazis raus".

Am Nachmittag wurde die AfD-Kundgebung von den Veranstaltern beendet. Zuvor hatte die Polizei verfügt, dass die Teilnehmer aufgrund der starken Gegenproteste nicht wie geplant durch die Innenstadt bis zum Gänsemarkt laufen durften. Aus Sicherheitsgründen mussten sie auf dem Steintorplatz bleiben. Die AfD sprach von einem "Kniefall des Senats vor den Linksautonomen". Nach dem Ende der Demonstration eskortierte die Polizei die AfD-Anhänger zu einer U-Bahnstation.

Protest gegen Asylpolitik mit Frauke Petry

Die Protestaktion unter dem Motto "Gegen das Politikversagen! Asylchaos stoppen!" hatte mit einer Rede der AfD-Bundesvorsitzenden Frauke Petry auf dem Steintorplatz am Hauptbahnhof begonnen. Petry forderte den Rücktritt von Kanzlerin Angela Merkel (CDU). Die Bundesregierung müsse den Zuzug von Flüchtlingen begrenzen.

"Wir müssen uns gegen linke Chaoten wehren und von rechten Spinnern abgrenzen", hatte Hamburgs AfD-Vorsitzender Bernd Baumann im Vorfeld gesagt. Obwohl die Veranstalter versuchten, extreme Meinungsäußerungen auf der Kundgebung zu unterbinden, gab es doch immer wieder Sprüche und Anfeindungen gegen die Presse, die auch auf Pegida-Demonstrationen zu finden sind. So wurden Medienvertreter als "Lügenpresse" beschimpft. Die Ordner der AfD hatten einige Mühe, ihre eher am ganz rechten Rand stehende Anhängerschaft zur Ordnung zu rufen.

Wasserwerfer zwischen links und rechts

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 31.10.2015 | 17:00 Uhr