Stand: 02.12.2015 14:23 Uhr

Tourismusbranche trotz Olympia-Aus optimistisch

Die Hamburger Tourismuswirtschaft hat enttäuscht auf den Ausgang des Olympia-Referendums reagiert. Aber auch ohne diese Großveranstaltung könne die Hansestadt in den kommenden Jahren mit weiter wachsenden Besucherzahlen rechnen, hieß es am Mittwoch bei einem Branchentreffen.

Postkarten mit Hamburg-Motiven in einem Postkartenständer. © dpa Fotograf: Marcus Brandt

Tourismus in Hamburg 2025

Hamburg Journal -

Nach dem Olympia-Referendum fehlt es der Stadt Hamburg an einer ähnlichen Vision als Tourismus-Zugpferd. Trotzdem bleibt der Tourismusverband optimistisch.

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Branche ins Herz getroffen

Das Nein der Hamburger zu Olympia habe seine Branche ins Herz getroffen, sagte Dietrich von Albedyll, Chef der Hamburg Tourismus GmbH. Die Spiele wären eine Riesenchance für die Stadt gewesen: "Das wissen wir ja alle, was das bedeutet hätte an Aufbruchstimmung für Hamburg, für die Menschen, die hier leben, für die Unternehmer bis hin zum Tourismus in der Form von neuen Hotelinvestitionen oder Veranstaltungsstätten. Und es hätte sich schneller entwickelt mit dem Rückenwind der Olympia-Bewerbung."

Steigende Besucherzahlen

Der Tourismuschef bleibt trotzdem optimistisch. Allein in den ersten neun Monaten dieses Jahres verzeichneten die Hoteliers sechs Prozent mehr Übernachtungsgäste als noch im Jahr zuvor. Im Schnitt seien das jeden Tag 2.000 Übernachtungen mehr als im Vorjahr.

Hamburgern manchmal die "Bude zu voll"

Auch Hamburgs Bürgermeister Olaf Scholz (SPD) sieht trotz des Endes der Olympia-Bewerbung gute Perspektiven für den Tourismus. Er betonte, nach wie vor werde große Sportveranstaltungen in der Stadt geben. "Ich glaube, dass der olympische Geist in Hamburg angekommen ist, auch wenn es nicht zur Bewerbung um die Olympischen Sommerspiele 2024 kommt." Die Hamburger seien gute Gastgeber, aber manchmal sei ihnen "die Bude zu voll". Bei allem Streben nach Wachstum müsse darauf geachtet werden, dass die Bürger nicht anfingen, sich in der eigenen Stadt fremd zu fühlen, so Scholz.

Scholz setzt auf Elbphilharmonie

Scholz forderte mehr Hotelbetten in Hamburg. Die Eröffnung der Elbphilharmonie in gut einem Jahr werde einen neuen Schub für den Tourismus bringen. "Sie wird für Hamburg stehen wie der Eiffelturm für Paris oder das Opernhaus für Sydney", sagte der Bürgermeister. "Deshalb werden wir die nicht einfach aufmachen und sagen, nun geht's los, sondern dafür sorgen, dass alle das mitbekommen."

Gastronomie als Chance für Flüchtlinge?

Der Tourismus sichere rund 100.000 Arbeitsplätze in Gastronomie, Handel und Hotellerie in Hamburg und sei damit eine der bedeutenden Wirtschaftsbranchen. Das sei auch im Hinblick auf die Integration von Flüchtlingen wichtig. "Die Gastronomie sucht Fachkräfte, die Flüchtlinge suchen Arbeit", sagte Scholz. Da komme man sicher zusammen.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 02.12.2015 | 14:00 Uhr