Stand: 02.07.2017 16:11 Uhr

Tausende lassen G20-"Protestwelle" schwappen

Wenige Tage vor Beginn des G20-Gipfels in Hamburg haben sich mehrere Tausend Menschen an einer Demonstration an Land und zu Wasser in der Innenstadt beteiligt. Aus Protest gegen die Politik der G20 versammelten sich am Sonntagmittag nach Angaben der Polizei knapp 8.000 Demonstranten zur "Protestwelle" auf dem Rathausmarkt. Die Veranstalter sprachen von 25.000 Teilnehmern.

Protestplakat zum G20 Gipfel.

Großdemo gegen G20

Hamburg Journal -

Mehrere Tausend Menschen haben sich wenige Tage vor dem G20-Gipfel an einer Demonstration mit dem Titel "Protestwelle" in Hamburger beteiligt - zu Wasser und auf dem Land.

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Mehr als 120 Boote auf der Binnenalster

Nach einer rund einstündigen Auftaktveranstaltung zogen sie durch die Innenstadt, um ihrem Ärger unter anderem über die Klima- und Handelspolitik der führenden Staats- und Regierungschefs Luft zu machen. Die Demonstranten, darunter zahlreiche Familien mit Kindern, trugen Transparente mit Aufschriften wie "Planet Earth first", "Kohle stoppen" und "Armut bekämpfen". Parallel dazu waren mehr als 120 Kanus, Kajaks, Ruderboote und selbstgezimmerte Flöße auf der Binnenalster unterwegs.

"Sehr friedlich"

Nach Angaben der Polizei verlief alles "sehr friedlich". Die Demonstration richtete sich nicht gegen das Hamburger Treffen der Staats- und Regierungschefs an 7. und 8. Juli an sich, wohl aber gegen deren Politik. Ein Bündnis aus DGB, Greenpeace, BUND, Campact und Mehr Demokratie Hamburg hatte unter dem Motto "Protestwelle G20 - Eine andere Politik ist nötig" zu den Aktionen aufgerufen.

Die Umweltorganisation Greenpeace warf Kanzlerin Angela Merkel (CDU) Doppelzüngigkeit in der Enegiepolitik vor. Redner bei der Auftaktveranstaltung vor dem Rathaus kritisierten auch das geplante Freihandelsabkommen der Europäischen Union mit Japan. Ein Vertreter von Campact ging wegen der 38 Quadratkilometer großen Demonstrationsverbotszone auch Hamburgs Bürgermeister Olaf Scholz (SPD) an. "Großflächige Demoverbote haben in einer Demokratie nichts, aber auch gar nichts verloren."

G20-Proteste zu Wasser und zu Land

Greenpeace-Aktion im Hafen

Bereits am Morgen hatten Greenpeace-Aktivisten im Hafen für den Ausstieg aus klimaschädlicher Kohleverstromung demonstriert. Unter anderem schrieben sie in zwei Meter großen Lettern die Parole "End Coal" an die Bordwand eines Kohlefrachters, der nach Greenpeace-Angaben etwa 75.000 Tonnen Steinkohle aus Russland nach Hamburg lieferte. Die Polizei überprüfte an der Aktion beteiligte Aktivisten und stellte mehrere Boote sicher. Festnahmen habe es aber nicht gegeben, sagte ein Polizeisprecher.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 02.07.2017 | 16:00 Uhr

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