Stand: 07.12.2015 13:07 Uhr

Tagesstätte für Flüchtlinge am Hauptbahnhof

Am Hamburger Hauptbahnhof ist eine neue Tagesstätte für Flüchtlinge eröffnet worden. Sie ist vor allem für diejenigen gedacht, die auf der Durchreise nach Skandinavien sind. Betreiber ist der Paritätische Wohlfahrtsverband. Die 900 Quadratmeter große Einrichtung befindet sich in der ersten Etage des direkt am Hauptbahnhof gelegenen Bieberhauses.

Tagesstätte von 8 bis 22 Uhr geöffnet

Die Tagesstätte ist täglich von 8 bis 22 Uhr geöffnet und steht den Angaben zufolge bis Ende August mietfrei zur Verfügung. Die Zelte auf dem Hachmannplatz, in denen die Transitflüchtlinge bisher tagsüber untergebracht waren, würden nacheinander abgebaut, sobald sie nicht mehr benötigt werden, so der Paritätische Wohlfahrtsverband.

Drei Mitarbeiter leiten neues Quartier

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Auch die Kinderbetreuung zieht von einem Zelt am Hauptbahnhof in Räume im Bieberhaus.

Seit gut drei Monaten betreuen freiwillige Helfer reisende Flüchtlinge am Hauptbahnhof - zunächst völlig ohne Unterstützung. Der Spitzenverband der Freien Wohlfahrtspflege hatte dann Ende Oktober beheizbare Zelte mit Fußboden für die Kinderbetreuung und Kleiderkammer sowie einen Container für die medizinische Versorgung besorgt. Diese Einrichtungen ziehen nun ins Bieberhaus um. Außerdem werden zwei Büros sowie ein Mitarbeiterraum für die selbst organisierte Helfergruppe eingerichtet. "Wir freuen uns, dass wir für die Leitung der Tagesstätte drei Mitarbeiter gewinnen konnten, die über große Erfahrung als freiwillige Helfer am Hamburger Hauptbahnhof verfügen", sagte Joachim Speicher, Geschäftsführer des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes Hamburg. Die Leiter des Bieberhauses stammen aus der selbst organisierten Helfergruppe und sind auch weiterhin auf das Engagement der Freiwilligen angewiesen.

Spenden helfen

Das Konzept für die bisher leer stehende Etage im Bieberhaus haben der Paritätische Wohlfahrtsverband, die frewillige Helfergruppe, die Al-Nour-Moschee, die Bahnhofsmission, die Caritas, Hoffnungsorte Hamburg, der Kirchenkreis Hamburg-Ost und der Zentrale Koordinierungsstab Flüchtlinge der Stadt gemeinsam erarbeitet. Finanzieren will der Paritätische Wohlfahrtsverband die Tagesstätte zum einen mit den 200.000 Euro, die ihnen von der Sozialbehörde für die gesamte Flüchtlingshilfe am Hauptbahnhof zur Verfügung gestellt wurden und zum anderen durch Spenden. Auch durch Spenden, die durch die NDR Aktion "Hand in Hand für Norddeutschland" an den Wohlfahrtsverband fließen.

Beratung bleibt unabhängig vom Wohlfahrtsverband

Die Beratung zur Weiterreise, die die Helfer seit etwa drei Monaten in der Wandelhalle anbieten, wird nicht mit in das Bieberhaus ziehen. Sie wird weiterhin allein von Freiwilligen organisiert und finanziert. Ob der sogenannte Infotisch weiterhin im Bahnhofsgebäude bleibt oder auf den Vorplatz umzieht, ist noch unklar. Die Anzahl der Flüchtlinge, die am Hauptbahnhof Beratung suchen, ist derweil stark zurückgegangen: Reisten im Spätsommer pro Tag oft bis zu 3.000 Menschen über Hamburg, sind es nun nach Angaben der Helfer maximal wenige Hundert.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 07.12.2015 | 13:40 Uhr