Stand: 01.09.2017 17:17 Uhr

Superlaser ist Meilenstein für Hamburg

von Hendrik Lünenborg

Ein grünes Licht sorgt dafür, dass Hamburg in den Mittelpunkt der Wissenschaftswelt rückt. Forscher stehen Schlange, um am Superlaser XFEL experimentieren zu dürfen. Es ist ein Meilenstein für den Wissenschaftsstandort Hamburg, meint Hendrik Lünenborg in seinem Hamburg-Kommentar.

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Hendrik Lünenborg, Programmchef von NDR 90,3, kommentiert die auf den ersten Blick vielleicht unspektakulärste Attraktion Hamburgs.

Er ist die auf den ersten Blick vielleicht unspektakulärste Attraktion unserer Stadt. Der Superlaser XFEL wird es nicht auf T-Shirts schaffen und auch keine zusätzlichen Touristen anlocken und doch ist der vielfach gezogene Vergleich mit der Elbphilharmonie richtig. Das Konzerthaus brachte neuen Schwung in die Kulturszene und der Laser kann zum Ausgangspunkt einer neuen Wissenschaftsbegeisterung in Hamburg werden.

Zeitalter der Erfindung nicht vorbei

Hamburg braucht einen Ort, der den Glauben an die Zukunft ausstrahlt. Angesichts der vielen Herausforderungen in der Welt, setze ich darauf, dass das Zeitalter der Erfindungen und Entdeckungen noch lange nicht vorbei ist.

Ich verstehe nicht im Detail, was der XFEL an Errungenschaften bringen kann, aber es ist richtig, in den Drang zu investieren, die Welt verstehen zu wollen. Ohne den festen Willen zur Innovation werden wir unseren Wohlstand nämlich nicht halten können.

Handel allein reicht nicht

Wenn Hamburg auf der Weltkarte der Wissenschaft hell leuchtet, dann haben wir auf Dauer alle was davon. Denn im Hafen brennt zwar noch Licht, aber dieses Licht strahlt nicht mehr. Auf den Handel allein darf Hamburg nicht setzen. Deshalb muss der Senat weiter in den Wissenschaftsstandort Hamburg investieren. Und es ist gut, dass darüber über alle politischen Lager hinweg Einigkeit besteht. Wissenschaftsförderung muss genauso zur DNA dieser Stadt gehören, wie der Hafen. Ganz gleich wer regiert.

Wenn dann der Schulsenator Ties Rabe (SPD) noch einen Lichtblitz hat, wie er in unseren Schulen eine neue Wissenschaftsbegeisterung auslösen kann, sind wir auf dem richtigen Weg.

Forscher brauchen Rampenlicht

Ich erwarte nicht, dass erfolgreiche Wissenschaftler irgendwann so populär sind wie Fußballer. Aber etwas mehr Rampenlicht brauchen sie, sonst können sie keine Vorbilder werden. Der Super-Laser hat einen großen Nachteil: Er zwar der stärkste der Welt, aber einfach nicht so schick wie die Elbphilharmonie. Eine Röhre unter der Erde ist kein Wahrzeichen. Deshalb ist es umso wichtiger, dass wir in der Stadt regelmäßig darüber sprechen und berichten, was auf den 3,4 Kilometern zwischen Bahrenfeld und Schenefeld in der Tiefe vor sich geht.

Der Röntgenlaser European XFEL

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | Der Hamburg-Kommentar | 02.09.2017 | 08:40 Uhr

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