Stand: 16.01.2016 07:00 Uhr

Stadtreinigung gegen "unsinniges Recycling"

Bild vergrößern
Mülltrennung ist nicht in allen Fällen sinnvoll, meint die Hamburger Stadtreinigung. (Archivfoto)

Die Hamburger Stadtreinigung beklagt sich über zum Teil unsinniges Recycling beim Müll. Zum Teil würden Stoffe herausgesammelt, die niemand haben wolle. Mit großem Aufwand sortiert die Stadtreinigung zum Beispiel Folien aus dem Müll der Gelben Säcke. "Doch die will kein Abnehmer recyceln", sagte ein Sprecher NDR 90,3. Stattdessen würden die sauber sortierten Folien eher in Zementwerken verbrannt. Ähnliches gelte für gemischte Kunststoffe.

"Recycling um jeden Preis macht keinen Sinn"

Geschäftsführer Rüdiger Siechau sieht dringenden Reformbedarf: "Recycling um jeden Preis macht weder umweltpolitisch noch wirtschaftlich einen Sinn." Es sei Unsinn, Recyclingquoten durch Mengen festzulegen. Man müsse Wert auf die Qualität der Wertstoffe legen.

Neues Wertstoffgesetz

Genau das schlägt Hamburgs Stadtreinigung für das neue Wertstoffgesetz vor, das in zwei Wochen in den Bundesrat geht. Die Sorge: Private Entsorger wollen an den Hausmüll ran, nur "die Rosinen herauspicken" und den Restmüll der städtischen Stadtreinigung überlassen. Die Trennung des Mülls durch die Verbraucher bleibe aber in jedem Fall sinnvoll, stellte die Stadtreinigung klar.

Weitere Informationen
03:00 min

Hamburger betreiben zu wenig Mülltrennung

05.01.2016 19:30 Uhr
Hamburg Journal

Viele Hamburger sind offenbar Recycling-Muffel: 80 Prozent des Abfalls landen noch immer in der schwarzen Restmülltonne. Video (03:00 min)

Geschichte

Die Stadt, der Müll und der Schiet

Seit Jahrhunderten beschäftigt Städter ein Problem: Wohin mit dem Abfall? Früher kam der Schiet aufs Land. Eine kleine Geschichte der Hamburger Müllentsorgung. mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 16.01.2016 | 07:00 Uhr