Stand: 21.09.2015 15:05 Uhr

Spatenstich auf dem Weg zur Moschee

Der Umbau der Kapernaumkirche in Hamburg-Horn zu einer Moschee kommt voran. Der kuwaitische Vize-Botschafter Hamad Ali Alhazim kam am Montag zum symbolischen Spatenstich für den zweiten Bauabschnitt. "Wir wollen die guten und friedlichen Muslime in Deutschland unterstützen, die einfach nur beten und ihren Glauben praktizieren wollen", sagte er. "Wir wollen sie stärken, damit sie den radikalen Pseudo-Muslimen etwas entgegensetzen können." Der Anbau, der das ovale Kirchenschiff mit dem Turm verbinden soll und Seminar- und Waschräume beherbergen wird, wird vom kuwaitischen Staat mit 1,1 Millionen Euro finanziert.

Die Kapernaum-Kirche wird zur Moschee umgebaut

Kuwait sponsert Kirchenumbau

Hamburg Journal -

Der Umbau der Hamburger Kapernaumkirche zur Moschee wird teurer als gedacht. Geldnöte verzögerten die Bauarbeiten. Der kuwaitische Staat springt deshalb als Sponsor ein.

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Zeichen für Offenheit und Dialog

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Kuwaits stellvertretender Botschafter Hamad Ali Alhazim beim Spatenstich.

Beim Spatenstich lobten Vertreter von Kirche und Politik, wie behutsam und transparent die Al-Nour-Gemeinde, die die Kirche Ende 2012 von einem Investor gekauft hatte, beim Umbau vorgeht. "Das Zeichen ist, dass man mit Offenheit und Dialog auch Befürchtungen nehmen kann, die es am Anfang gab", sagte Hansjörg Schmidt (SPD), der direkt gegenüber wohnt und den Prozess seit Jahren begleitet. "Mittlerweile freuen sich viele Horner auf die Eröffnung der neuen Moschee."

Seit diesem Sommer glänzt auf dem Turm der goldene Schriftzug "Allah" (arabisch für "Gott") in arabischer Schrift. Das Kirchenschiff verfügt bereits über eine neue Empore für Frauen und eine Gebetsnische für den Imam, die im Rohbau fertig ist. Der Boden soll mit Teppichen bedeckt werden. Das ganze Projekt soll rund zweieinhalb Millionen Euro kosten, im kommenden Frühjahr soll die Moschee fertiggestellt sein. Dann müssen die rund 2.500 Mitglieder des Islamischen Zentrums nicht mehr in einer ehemaligen Tiefgarage im Hamburger Stadtteil St. Georg beten, wie sie das derzeit tun.

Verkauf der Kirche ein Sonderfall

Die Nordkirche betrachtet den Verkauf der Kirche als Sonderfall: Seit 2007 gibt es eine Rechtsverordnung, wonach Kirchengebäude nicht an nicht-christliche Religionsgemeinschaften - mit Ausnahme der jüdischen Gemeinden - verkauft werden dürfen. Als die Verordnung erlassen wurde, war die Kapernaumkirche aber bereits im Besitz eines Hamburger Kaufmanns, der das Gebäude im Internet anbot. Das Gebäude aus dem Jahr 1961 war 2002 entweiht worden. Die evangelisch-lutherische Gemeinde hatte kein Geld für die erforderliche Sanierung. Pläne, die Kirche als Kita zu nutzen, zerschlugen sich. Sie stand gut zehn Jahre lang leer.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | 21.09.2015 | 13:00 Uhr