Stand: 20.03.2016 17:13 Uhr

Silvester-Übergriffe: Polizei verkleinert Soko

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Nach den Übergriffen hat die Polizei auch ihre Präsenz auf dem Hamburger Kiez erhöht.

Die Sonderkommission "Silvester" der Polizei Hamburg soll verkleinert werden. 24 Beamte kümmerten sich bislang um die Aufklärung sexuellen Übergiffe auf Frauen in der Silvesternacht in der Großen Freiheit und am Jungfernstieg. Das Personal werde nun reduziert, die Ermittlungen würden aber weiter geführt, sagte ein Polizeisprecher NDR 90,3. Neuer Einsatzschwerpunkt könnte die Drogenkriminalität werden.

Bisherige Ermittlungen in Hamburg "großer Erfolg"

Die Zwischenbilanz der Sonderkommission wird von der Polizei Hamburg im Vergleich zu der Ergebnissen der Kölner Polizei als ein großer Erfolg angesehen: Nach aktuellem Stand wurden 21 Ermittlungsverfahren eingeleitet, sieben Tatverdächtige sitzen in Untersuchungshaft. Zuletzt lagen der Polizei 243 Strafanzeigen von Frauen vor, die in der Silvesternacht auf St. Pauli und am Jungfernstieg vergewaltigt, sexuell genötigt, bedroht und bestohlen wurden.

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"Es war echt der Horror"

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Polizei: "Puzzlearbeit beendet"

"Die Puzzlearbeit der Identifizierung und Sichtung der Tatortfotos ist zum großen Teil beendet", sagte Polizeisprecher Andreas Schöpflin. "Wir kommen mit weniger Beamten aus." Deswegen werde die 24-köpfige Ermittlungsgruppe reduziert und von der Fachdienststelle für Sexualdellikte im Landeskriminalamt aus weiter geführt.

Neue Spezialeinheit gegen Drogenkriminalität?

Parallel dazu gibt es Überlegungen, eine neue Spezialeinheit aufzustellen. Aktuell mache die wachsende Drogenkriminalität auf St. Pauli, in St. Georg und im Schanzenviertel der Polizei Probleme. Es werde geprüft, ob es einen neuen Schwerpunkteinsatz gegen die offene Drogenszene geben wird, heißt es bei der Polizei. Beamte der Davidwache sollen Polizeipräsident Ralf Meyer auf das Problem aufmerksam gemacht und um Unterstützung gebeten haben.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 20.03.2016 | 18:00 Uhr