Stand: 21.08.2015 09:29 Uhr

Senat will Forum Flüchtlingshilfe einrichten

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Immer mehr Flüchtlinge kommen nach Hamburg. Es werden händeringend weitere Unterkünfte gesucht. (Archivfoto)

Der rot-grüne Senat will in Hamburg ein Forum Flüchtlingshilfe gründen, um damit die Arbeit von haupt- und ehrenamtlichen Flüchtlingshelfern besser zu koordinieren. Insgesamt werden dafür noch in diesem Jahr 1,7 Millionen Euro ausgegeben, wie NDR 90,3 am Freitag berichtete.

Vorhandenes Wissen soll geteilt werden

Nicht jede neue Initiative soll bei Null anfangen und sich durch die Fallstricke der Flüchtlingshilfe kämpfen. Viel Wissen ist schon vorhanden, es soll sich möglichst schnell auf die vielen Freiwilligen verteilen. 80 bis 100 Mitstreiter von verschiedenen Runden Tischen und Unterstützerkreisen sollen im Forum Flüchtlingshilfe regelmäßig zusammenkommen. 1,5 Millionen Euro fließen als Unterstützung in die Bezirke - der jeweilige Anteil bemisst sich danach, wie viele Flüchtlinge in den einzelnen Bezirken untergebracht sind.

Geld für bessere Bürgerbeteiligung in den Bezirken

Mit dem Geld sollen sollen die Bezirke unter anderem die Bürgerbeteiligung verbessern, um den Fragen, Sorgen und Anregungen der Anwohner gerecht zu werden, wie es in einem entsprechenden Bürgerschaftsantrag der Fraktionen von SPD und Grünen heißt. Wenn die Bürger schon nicht mehr über das ob von Flüchtlingsunterkünften mitreden können, sollen sie jedenfalls eine umfassende Information über das wie erhalten.

Ausländerbehörde soll verstärkt werden

Die stark gestiegene Zahl der Asylbewerber überfordert inzwischen auch die rund 300 Mitarbeiter der Hamburger Ausländerbehörde. Das Einwohner-Zentralamt, wie die Behörde offiziell heißt, startete darum einen Hilfsappell an die 70.000 Mitarbeiter der Hamburger Verwaltung, wie die Leiterin des Personalamts, Bettina Lentz, sagte. Es würden rund 100 Mitarbeiter gebraucht, die vorerst befristet auf ein Jahr bei der Bearbeitung von Anträgen auf soziale Leistungen helfen.

Senat will dauerhaft mehr als 100 neue Stellen

Der Senat will nach Angaben der Innenbehörde dauerhaft rund 110 neue Stellen im Einwohner-Zentralamt schaffen. Doch dafür sei die Zustimmung der Bürgerschaft erforderlich, die die neuen Stellen erst nach der Sommerpause bewilligen kann. Ausschreibung und Stellenbesetzung dauern angesichts der vielen neuen Flüchtlinge zu lange, deshalb versuchte die Stadt den Weg über den Appell und die Freiwilligen aus anderen Behörden.

Zahlreiche freiwillige Bewerber

Zur Motivation der Bewerber sagte Lentz: "Es gibt wirklich ein hohes Maß an Solidarität." Wie in der Bevölkerung sei in der Verwaltung eine große Bereitschaft vorhanden, bei der Bewältigung des Flüchtlingsproblems zu helfen. Auf bisher 80 ausgeschriebene Stellen gab es in kurzer Zeit etwa 180 Bewerbungen von Freiwilligen, wie NDR 90,3 berichtete.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 21.08.2015 | 09:00 Uhr