Stand: 13.01.2016 11:58 Uhr

Schrumpfende Flotte bei Hapag-Lloyd

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Hapag-Lloyd-Chef Habben Jansen ist mit dem vergangenen Jahr zufrieden. (Archivfoto)

Hapag-Lloyd hat in den vergangenen Monaten seine Flotte verkleinert. Damit reagierte die Hamburger Traditionsreederei darauf, dass der Welthandel nicht so stark wächst wie zunächst angenommen. 23 Schiffe weniger als noch vor einem Jahr fahren unter der Flagge von Hapag-Lloyd, 175 statt 198. Die Flotte ist damit gemessen an der Ladekapazität um rund fünf Prozent geschrumpft. Vorstandschef Rolf Habben Jansen sagte NDR 90,3, einige Verträge mit vercharterten Schiffen würden nicht verlängert. Hapag-Lloyd habe zudem einige Schiffe verschrottet oder verkauft.

Aufträge für neue Schiffe vertagt

Aufträge für neue Schiffe vertagt die Reederei erstmal. Damit zählt Hapag-Lloyd zu den wenigen großen Reedereien weltweit, die sich beim Rennen um Megafrachter mit rund 400 Metern Länge zurückhalten. Habben-Jansen: "Wir müssen in Zukunft Zugriff haben auf größere Schiffe. Aber es gibt bei uns jetzt keinen unheimlichen Zeitdruck, jetzt eine Entscheidung zu treffen."

Ein Containerschiff der Reederei Hapag-Lloyd am Terminal Altenwerder im Hamburger Hafen. © dpa Fotograf: Angelika Warmuth

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Habben Jansen optimistisch

Trotz aller Schwierigkeiten - vor allem im Handel mit China - hat Hapag-Lloyd im vergangenen Jahr einen Gewinn eingefahren. "Insgesamt sind wir zufrieden mit 2015. Auch weil das operative Ergebnis sich deutlich verbessert hat gegenüber 2014. Das wollten wir erreichen." Das Geschäftsjahr 2016 ist laut Habben Jansen von Unsicherheiten geprägt, dennoch rechnet er mit einem Gewinn. Es soll auch wieder mehr Fracht transportiert werden. "Wir wollen mit dem Markt wachsen - bis zu drei Prozent", kündigte Habben Jansen an.

Aktie pendelt um Ausgabekurs

Nach Habben Jansens Auffassung hält sich der Aktienkurs von Hapag-Lloyd gut, der bisher um 20 Euro und somit um den Ausgabepreis pendelte. Die Aktien der Wettbewerber in der Schifffahrt hätten stärker eingebüßt. "Aber der Hapag-Kurs sollte besser sein", räumte der Vorstandschef ein. Die Aktie war nach verlängerter Angebotsfrist und abgesenktem Ausgabepreis in den Handel gestartet.

Die Reederei wird kontrolliert von einem Pool aus CSAV, der Stadt Hamburg und dem Logistik-Unternehmer Klaus-Michael Kühne, die zusammen rund 72 Prozent halten. Knapp elf Prozent der Anteile gehören dem Touristik-Konzern TUI.

Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 13.01.2016 | 12:00 Uhr