Stand: 13.01.2016 17:19 Uhr

Schlick verstopft die Hafen-Lebensader

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Saugbagger wie die "Alexander von Humboldt" bringen den Schlick aus dem Hamburger Hafen.

Obwohl in den vergangenen Monaten Hunderte Schiffsladungen weggebaggert worden sind, bekommt der Hamburger Hafen sein Schlickproblem nicht in den Griff. Nicht nur in den verschiedenen Hafenbecken liegt die graue Masse, sondern auch in der Fahrrinne, wie NDR 90,3 berichtete. Besonders dramatisch ist die Lage im Köhlbrand, der einzigen Zufahrt zum Containerterminal Altenwerder, zum Hansaportterminal mit seinen Kohle- und Erzlagern und zum Kraftwerk Moorburg. Dort gilt seit der vergangenen Woche: In der Fahrrinne garantiert die Hafenverwaltung nur noch 13,20 Tiefe - normalerweise sind es zwei Meter mehr.

Schiffe kommen nicht mehr voll beladen

"Die Zufahrt ist die Lebensader des Hafens", sagt Gunther Bonz, Präsident des Unternehmensverbands Hafen Hamburg. Auch Ralf Niedmers, der hafenpolitische Sprecher der CDU, nennt die Lage dramatisch: "Der Hafen versinkt im Schlick." Ein Hafenmanager sagte NDR 90,3, die Unternehmen hätten sich inzwischen darauf eingestellt und schickten ihre Schiffe nicht mehr voll beladen nach Hamburg. In der Folge verliert der Hafen an Umschlag.

Die Hafenverwaltung HPA erklärte dennoch, durch das Baggern im Hafen habe man die kritische Situation seit dem vergangenen Sommer bereits deutlich verbessert.

"Hamburg muss uns das nur anzeigen"

Schlick aus dem Hafen wird vor der Elbinsel Neßsand verklappt. Durch die Tide wird der Schlick allerdings innerhalb weniger Tage wieder in den Hafen zurückgespült. In die Nordsee bringe Hamburg derzeit keinen Schlick, sagte ein Sprecher der HPA. Obwohl Hamburg den Schlick nach wie vor auf schleswig-holsteinischem Gebiet verklappen dürfte. Eine Sprecherin des Umweltministeriums in Kiel sagte zu NDR 90,3: "Hamburg muss uns das nur anzeigen."

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 13.01.2016 | 17:00 Uhr

mit Video

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