Stand: 25.09.2015 13:00 Uhr

Unter deutscher Flagge fahren wird günstiger

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Eine Deutschlandfahne und eine Fahne einer Reederei flattern am Forschungsschiff "Sonne".

Der Bundesrat hat am Freitag einen Gesetzentwurf des Hamburger Senats übernommen, mit dem Schiffe unter deutscher Flagge von Kosten entlastet werden sollen. Der Entwurf sieht vor, dass die Reeder künftig die Lohnsteuer für die Seeleute komplett einbehalten dürfen. Bislang sind es nur 40 Prozent.

Wirtschaftssenator ist zufrieden

Viele deutsche Reederei flaggen ihre Containerschiffe aus, um Kosten zu sparen. Denn bisher kostet das Fahren unter deutscher Flagge die Reeder pro Schiff mehrere hunderttausend Euro zusätzlich. Mit der völligen Entlastung von der Lohnsteuer könnte Deutschland mit anderen europäischen Schifffahrtsnationen gleichziehen und so den Trend zur Ausflaggung von Schiffen bremsen. Hamburgs Wirtschaftssenator Frank Horch (parteilos) nannte den Erfolg der Hamburger Initiative einen wichtigen Schritt, um die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Flagge zu erhöhen.

Reeder wollen noch mehr

Die deutschen Reeder begrüßten die Entscheidung des Bundesrats, sie geht ihnen allerdings nicht weit genug. Es brauche zusätzlich eine Entlastung bei den Sozialversicherungsbeiträgen und eine flexiblere Schiffsbesetzungsverordnung, hieß es in einer Stellungnahme des Verbandes Deutscher Reeder. Angesichts der schlechten Ertragslage entließen viele Reedereien deutsche Seeleute, um die Existenz des Unternehmens nicht zu gefährden.

Dieses Thema im Programm:

Hamburg Journal | 25.09.2015 | 19:30 Uhr