Stand: 30.06.2015 15:45 Uhr

Schiffbau-Zulieferer in rauer See

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Weltweit werden weniger Schiffe bestellt: Ein Problem für die deutsche Zulieferindustrie.

Die deutsche Zulieferindustrie für Werften und Schiffbauer steht vor schierigen Zeiten. Zwar seien die Umsätze im laufenden Jahr noch relativ stabil, doch sei mit rückläufigen Aufträgen zu rechnen, teilte die Arbeitsgemeinschaft Marine Equipment and Systems im Verband VDMA am Dienstag in Hamburg mit. Das sei im wesentlich auf zwei Faktoren zurückzuführen: Im vergangenen Jahr wurden zum einen weltweit ein Drittel weniger Schiffe bestellt. Das trifft mit etwas Verzögerung auch die Zulieferer. Zum anderen haben auch die Unternehmen, die Öl und Gas auf See fördern, ihre Investitionen drastisch zurückgeführt, weil die Preise für diese Rohstoffe stark gefallen sind. Damit bröckeln die beiden wesentlichen Säulen des Geschäfts der Zulieferer.

Verband sieht Krise als Chance

VDMA-Vorstand Martin Johannsmann sagte jedoch: "Wir sehen diese Entwicklung als Chance, um im weltweiten Wettbewerb unsere führende Rolle auszubauen und investieren jetzt." Ziel sei es, die Produktivität und die Beweglichkeit zu steigern. Mittelfristig rechnet der Verband mit einem wachsendem Welthandel und steigenden Investitionen in die Offshore-Produktion.

Die Branche mit rund 400 Industriebetrieben und 67.000 Mitarbeitern hat im vergangenen Jahr einen Umsatz von 11,9 Milliarden Euro verzeichnet, 1,7 Prozent mehr als im Jahr zuvor. Die Betriebe sind in den Küstenländern angesiedelt, große Standorte gibt es aber auch in Bayern, Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen. Die Zulieferbranche ist deutlich größer als die deutsche Schiffbauindustrie und hat auch viele Kunden in China und Korea.

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