Stand: 04.01.2016 11:26 Uhr

Rockerstreit: Polizei durchsucht Wohnungen

Die Hamburger Polizei hat in der Nacht auf Sonntag sieben Wohnungen und einen Saunaclub von polizeibekannten Rockern durchsucht. Der MEK-Einsatz in den Stadtteilen Jenfeld, Steilshoop, Wandsbek, Barmbek und Eilbek steht in Zusammenhang mit dem gewalttätigen Konflikt zwischen "Hells Angels" und "Mongols". Nach Informationen von NDR 90,3 richtete sich der Einsatz gezielt gegen Anhänger der "Hells Angels".

26-Jähriger "Mongol" mit Messer angegriffen

Auslöser für die Razzia war ein Angriff auf einen 26-Jährigen, der in der Nacht zu Sonnabend im Stadtteil Horn mit einem Messer schwer verletzt wurde. Nach Informationen von NDR 90,3 handelt es sich bei dem Opfer um einen der drei "Mongols"-Rocker, auf die bereits in der vergangenen Woche auf dem Kiez geschossen worden war. Bei der Attacke in der Nacht zu Sonnabend soll der Mann im Derbyweg von mindestens sieben Männern überrascht worden sein. Sie stachen mehrfach auf ihn ein. Der 26-Jährige verlor viel Blut, Lebensgefahr besteht aber nicht, wie eine Polizeisprecherin am Montag sagte.

Die Beamten nahmen zwei Männer im Alter von 20 und 21 Jahren fest, ließen sie später aber wieder frei. Die Polizei spricht bei den Angreifern von "Personen, die einem rivalisierenden Rockerclub nahestehen". Gemeint sind die "Hells Angels". Die Ermittlungen ergaben die Namen von fünf weiteren mutmaßlichen Tatbeteiligten im Alter zwischen 21 und 24 Jahren. Bei den Durchsuchungen wurde aber niemand angetroffen. Bei einer Razzia bereits am Samstagabend in einem Saunaclub im Stadtteil Harburg waren 70 Menschen überprüft worden. Mitglieder der "Hells Angels" waren nicht darunter.

"Rockerkrieg" beschäftigt die Innenbehörde

Seit Monaten gibt es Streit zwischen den "Mongols" und "Hells Angels" im Hamburger Rotlichtviertel. Ein Milieu-Experte warnte vor einem Racheakt der Mongols. "Wir werden keinerlei Eskalationen dulden. Dieses Signal werden wir auch den Gruppierungen geben", hatte ein Polizeisprecher bereits vergangenen Mittwoch betont. Der sogenannte Hamburger Rockerkrieg ist inzwischen auch Thema in der Innenbehörde. Von dort heißt es: Innensenator Michael Neumann (SPD) lasse sich fortlaufend und umfassend über die Lage informieren.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 04.01.2016 | 13:00 Uhr