Stand: 02.08.2015 16:48 Uhr

Riesenfrachter "MSC Zoe" in Hamburg getauft

Das derzeit größte Containerschiff der Welt ist am Sonntag in Hamburg auf den Namen "MSC Zoe" getauft worden. Taufpatin und Namensgeberin ist die vierjährige Zoe Vago, eine Enkelin des Firmengründers und MSC-Vorstandsvorsitzenden Gianluigi Aponte. Der 395,40 Meter lange Frachter ist der dritte in einer Serie von 20 Schiffen mit einer Tragfähigkeit von 19.224 Standardcontainern (TEU). Die "MSC Zoe" soll Hamburg voraussichtlich am späten Montagabend wieder verlassen.

Hunderte Schaulustige verfolgten Schiffsankunft

Die "MSC Zoe" hatte am Sonnabend im Hamburger Hafen angelegt. Nach einem Wendemanöver auf der Elbe bugsierten Schlepper das Schiff nach Waltershof, wo es am Containerterminal von Eurogate festmachte. Hunderte Schaulustige verfolgten die Ankunft des Schiffs an der Elbe oder fuhren dem Frachter auf Barkassen und Booten entgegen.

Bereits zwei baugleiche Schiffe unterwegs

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Mehr als 19.000 Standardcontainer kann die "MSC Zoe" transportieren.

Die "MSC Zoe" ist das dritte Schiff der Olympic-Klasse, der größten Containerschiffe der Welt. Die ersten beiden Schiffe sind bereits in Fahrt und nach den Aponte-Enkeln Oscar und Oliver benannt. Die 140 Millionen US-Dollar teuren Schiffe fahren unter der Flagge Panamas. Sie sind um wenige Meter kürzer als die "CSCL Globe" der Reederei China Shipping und ihre Schwesterschiffe, die im Januar in den Hamburger Hafen einlief. Die MSC-Schiffe können jedoch rund 200 Container mehr transportieren.

Umweltverbände warnen vor Risiken

Mehrere große Umweltverbände haben derweil vor der Gefahr durch Havarien der neuen Mega-Containerschiffe auf der Elbe gewarnt. "Das Risiko wächst mit den Schiffen", heißt es in einer gemeinsamen Mitteilung von WWF, BUND und NABU. Die Umweltverbände kritisierten, dass das Ausbaggern der vergleichsweise schmalen Elbe nichts an der Anfälligkeit der großen Schiffe für Wind und Gezeitenströmungen sowie technische Defekte und nautische Fehler ändere. Bei den wiederkehrenden Feiern für große Containerschiffe in Hamburg würden die Risiken jedoch nicht thematisiert. "Man versucht mit der Brechstange zu demonstrieren, dass der Hamburger Hafen auch künftig mit Mega-Containerschiffen angefahren werden kann", sagte Manfred Braasch vom BUND Hamburg.

Kleine Zoe und große Zoe: Containerschiff getauft

Zweitgrößte Reederei der Welt

Gianluigi Aponte, ein Kapitän aus der italienischen Region Sorrent am Golf von Neapel, hat MSC 1970 gegründet und in 45 Jahren zur zweitgrößten Reederei der Welt aufgebaut - nach der dänischen Maersk-Gruppe. Er steht auch mit 75 Jahren noch an der Spitze der Unternehmensgruppe. Weil er mit einer Schweizerin verheiratet ist, hat er die Zentrale des Unternehmens in Genf angesiedelt. Die Containerreederei MSC wird von seinem Sohn Diego Aponte geleitet. Für MSC fahren 465 Containerschiffe mit einer Kapazität von 2,6 Millionen Standardcontainern. Das Unternehmen unterhält 480 Niederlassungen in 150 Ländern und beschäftigt 24.000 Mitarbeiter.

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Hamburg Journal | 02.08.2015 | 19:30 Uhr