Stand: 05.01.2016 15:40 Uhr

Raser-Prozess endet mit Freispruch

Im Prozess um den sogenannten Raser-Unfall am Jungfernstieg ist der Angeklagte freigesprochen worden. Vor dem Hamburger Amtsgericht hatte sich herausgestellt, dass nicht der 30-Jährige am Steuer gesessen hatte, sondern sein Bruder. Bei dem Autounfall im Mai 2014 wurde ein Auto beschädigt und eine Frau leicht verletzt. Polizisten hatten den Fahrer des Unfallwagens mit zur Wache genommen. Dort behauptete der Mann, er sei der Halter des Autos. Seinen Führerschein hatte er angeblich nicht bei sich und ließ ihn sich bringen.

"Ein Stück Dreistigkeit"

Doch im Laufe des Prozesses kam heraus, dass es sich weder um das Auto noch um den Führerschein des Angeklagten handelte. Der Unfallfahrer hatte sich als sein eigener Bruder ausgegeben. Offenbar hatte er bereits 14 Punkte in Flensburg, außerdem hätte die Kfz-Versicherung ihm als Fahrer keinen Schadenersatz gezahlt. Statt des wirklichen Unfallfahrers saß also sein Bruder auf der Anklagebank und schwieg. "Es ist ein Stück Dreistigkeit, mit der hier die Behörden und die Justiz vorgeführt werden sollten", sagte die Richterin. Die Staatsanwaltschaft wird nun den tatsächlichen Unfallfahrer anklagen. Gegen den Bruder, der sich bislang vor Gericht verantworten musste, ermittelt sie wegen Versicherungsbetrugs.

Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 05.01.2016 | 15:00 Uhr