Stand: 15.03.2016 13:45 Uhr

Radfahrer verprügelt: Autofahrer muss in Haft

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Vor dem Amtsgericht Hamburg spracht die Staatsanwältin von einem Rachefeldzug.

Ein Jahr und neun Monate Gefängnis. So lautet das Urteil des Hamburger Amtsgericht gegen einen Autofahrer, der einen Radfahrer zu Boden geschlagen und bedroht hat. Wie NDR 90,3 berichtete, ist der Verurteilte eine bekannte Kiez-Größe.

Prügel und eine Morddrohung

Die Staatsanwältin beschriebt die Tat im Prozess als einen "Rachefeldzug in Wildwestmanier." Im April 2014 hatte der 39-jährige Angeklagte sein Auto am Jungfernstieg auf dem Radweg geparkt. Ein Radfahrer klopfte verärgert auf das Autodach und fuhr weiter. Der Wagen aber verfolgte ihn. Vier Männer sprangen heraus, der Angeklagte schlug dem Radfahrer ins Gesicht. Als der zu Boden fiel, bekam er noch einen Tritt gegen den Kopf. Dann drohte 39-Jährige ihm: "Wenn du das noch einmal machst, bringe ich dich um."

Kiezgröße hatte viele Vorstrafen

Anschließend riss der Angeklagte einer Touristin, die den Vorfall fotografiert hatte, das Handy aus der Hand und versenkte es in der Alster. "Das war persönliche Rache aus völlig nichtigem Anlass", so die Staatsanwältin. Der 39-Jährige ist nicht zum ersten Mal durch Brutalität aufgefallen. Er hat zahlreiche Vorstrafen wegen Körperverletzung, Zuhälterei, Menschenhandel und Erpressung. Auf dem Kiez ist er unter dem Spitznamen "Körper-Klaus" bekannt.

Als er den Radfahrer zusammenschlug, stand der bullige Mann mit dem kahlrasierten Schädel gerade unter Bewährung. Dieses Mal aber soll er tatsächlich ins Gefängnis.

Weitere Informationen

Prozess nach Prügel für Radfahrer am Jungfernstieg

In Hamburg muss sich ein Autofahrer vor Gericht verantworten. Er soll einen Radfahrer verprügelt haben, der sich über seinen falsch geparkten Wagen am Jungfernstieg geärgert hatte. (02.02.2016) mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 15.03.2016 | 14:00 Uhr