Stand: 24.03.2016 11:15 Uhr

Hamburg soll Olympia-Bewerbung allein zahlen

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Innenminister Thomas de Maizière (CDU) will keine Bundesmittel für die gescheiterte Bewerbung ausgeben.

Fast vier Monate ist es her, dass die Hamburger Bürger Olympische Spiele in ihrer Stadt abgelehnt haben - und das, obwohl die Befürworter kräftig um Zustimmung geworben hatten. Die Kosten für die millionenschwere Bewerbung muss Hamburg nun zum Großteil selbst bezahlen, wie NDR 90,3 berichtet.

Es geht um mehr als zehn Millionen Euro

Die Gesamtkosten der Bewerbung belaufen sich voraussichtlich auf knapp 13 Millionen Euro. 2,4 Millionen davon hatte Unternehmer Alexander Otto eingesammelt. Auf dem großen Rest scheint die Stadt nun allein sitzen zu bleiben.

De Maizière schickte Absage

In einem Brief teilte Innenminister Thomas de Maizière (CDU) Hamburgs Bürgermeister Olaf Scholz (SPD) in der vergangenen Woche mit, dass der Bund sich nicht an den Bewerbungskosten beteiligen werde. Als Begründung heißt es darin, schon vor Einrichtung der Bewerbungsgesellschaft seien Kosten entstanden und die könne man nicht nachträglich der Regierung in Rechnung stellen.

"Irritierend und bedauerlich"

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Sport-Staatsrat Christoph Holstein verweist darauf, dass der Bund 10 Millionen Euro bewilligt habe - unabhängig vom Referendum.

Staatsrat Christoph Krupp bestätigte am Donnerstag den Eingang des Schreibens. Sport-Staatsrat Christoph Holstein nannte das Nein der Bundesregierung irritierend und bedauerlich. Zum einen habe der Bundestag 10 Millionen Euro für die Bewerbung bewilligt - unabhängig vom Ausgang des Referendums. Zum anderen habe der Bund im vergangenen Jahr gefordert, Hamburg müsse endlich Gas geben mit der Bewerbung. Nur deshalb habe man schon vor der offiziellen Gründung der GmbH angefangen, die Olympiapläne inhaltlich vorzubereiten - und dafür habe man Personal engagieren müssen.

Hätte man erst nach der Gründung der Bewerbungsgesellschaft am 30. Juni das Projekt begonnen, wäre die Zeit bis zur ersten Lieferung von Unterlagen ans IOC viel zu kurz gewesen, so Holstein.

Nach dem Nein: Was wird aus Hamburgs Sportstätten?

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 24.03.2016 | 12:00 Uhr